Wie sich die Monate anhören

Ein Kalender für Augen und Ohren, das verbirgt sich hinter dem Projekt "Kalendertöne" des Netzwerks Leseförderung München: Das ist einerseits ein gedruckter Kalender, der im Klassenzimmer an der Wand hängt und für jeden Monat ein passendes Bild zeigt. Und das ist andererseits eine CD, die dazugehörige Hörerlebnisse bereit hält. Sechs Münchner Schulklassen der Jahrgangsstufen drei bis sechs produzierten gemeinsam mit Mediencoaches und Bibliothekarinnen eine Hörgeschichte und gestalteten einen Monatskalender. Von den Lesefüchsen machten zwei Klassen der Stufe drei aus den Grundschulen Implerstraße und St.-Martin-Straße mit.

Autos der Tschitti-Gruppe, Klasse 3, St.Martin-Schule

Autos der Tschitti-Gruppe, Klasse 3, St.Martin-Schule

Das Projekt „Kalendertöne“ wird von der Münchner Stadtbibliothek, der Stiftung Zuhören, Bayern liest e.V. und Lesefüchse e.V., alles Partner im Netzwerk Leseförderung München, durchgeführt.Die Vorauswahl der Geschichten trafen die Partner gemeinsam. In der schulnahen Stadtbibliothek Giesing und in ihren Klassenräumen experimentierten die Schüler und Schülerinnen mit den vorausgewählten Geschichten und bereiteten ein Manuskript für die Audioaufnahme vor. Parallel wurde im Kunstunterricht ein passendes Bild für den Kalender gezeichnet. Im Februar und März gab es zwei Aufnahmetermine im Tonstudio des Bayerischen Rundfunks. Die Präsentation des gedruckten Kalenders ist für Juli geplant.

Lesefuchs Helga Wilde berichtet über das Projekt an der Grundschule St.-Martin-Straße:

Ende Januar 2016 haben wir den Kindern vier verschiedene Bücher als Grundlage für die Gestaltung der Kalenderblätter der Monate August und Dezember vorgestellt. Danach haben sich die Kinder für den „Grüffelo“ und „Tschitti, das Wunderauto fliegt wieder“ entschieden.

Zwei Buben aus der St. Martin-Schule zeigen ihre Bastelwwerke.

Zwei Buben aus der St. Martin-Schule zeigen ihre Bastelwwerke.

Am 24. Februar besuchten zwei Damen vom Bayerischen Rundfunk die Klasse, um die Details für die Aufnahme im Hörfunkstudio zu erarbeiten. Die Grüffelo-Gruppe unter Leitung von Angelika Schmaus beschäftigte sich mit dem Themen Angst und Mut. Die Tschitti-Gruppe von Kristina Dumas entwickelte Ideen über besondere Autos, darunter auch eins, das fliegen konnte und die glückliche Familie Tooting mit Baby. Die Kinder waren mit Eifer dabei und es wurden auch schon tolle Autos gemalt beziehungsweise gebaut.

Am 29. Februar war dann der große Tag der Aufnahmen im BR und die Kinder waren ganz aufgeregt. Während die „Schickischiki"(Tschitti)-Gruppe im Tonstudio war, durfte die „Grummelo" (Grüffelo)-Gruppe den Bayerischen Rundfunk besichtigen. Wir haben einen Einblick in verschiedene Studios für Nachrichten und Reportagen bekommen und es wurden uns die Hilfsmittel der Moderatoren erklärt. Auch das Schallarchiv haben wir besucht und über die vielen Regale mit Tonträgern gestaunt.

Nach einer kurzen Erholungspause durfte auch die „Grummelo“-Gruppe in das Tonstudio. Die Kinder mussten etwas üben, um die richtige Lautstärke und den nötigen Abstand zum Mikrofon zu finden. Auch die deutliche und betonte Aussprache war eine neue Herausforderung und so wurde einige Male wiederholt. Jedes Kind bekam eine Rolle und wer nicht dran war, musste ganz ruhig sein, um keine Nebengeräusche zu verursachen. Das war nicht immer leicht bei der Aufregung. Aber den Kindern hat es sehr viel Spaß gemacht.

Zum Schluss durften wir noch etwas beim Schnitt der einzelnen Tonaufnahmen zusehen, wobei die Kinder sich selbst nochmals hören konnten und die weniger guten Aufnahmen verworfen wurden. Den Kindern und uns Begleitern wird dieser Tag mit den vielen neuen Eindrücken sicher lange in Erinnerung bleiben.

(hw)

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