Deichmann fördert die Lesefüchse

Staats­e­kretär Johannes Hinters­berger (l) beglück­wünscht Hans Wanger zum Deichmann Förder­preis, den Silke Janssen mitge­bracht hat. Fotos: hpm

Es hat Integra­tions-Staats­se­kretär Johannes Hinters­berger deutlich Spaß gemacht, den Lesefüchsen den bayeri­schen Regio­nal­preis der Deich­mann­stiftung zu überreichen. “Das Vorle­se­projekt des Vereins ist für Kinder mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund ein wunder­barer Weg, unsere Sprache und unsere Kultur kennen­zu­lernen. Beides sind wichtige Schlüssel für die Integration”, lobte er auf der Presse­kon­ferenz in der Geschäfts­stelle der Lesefüchse die Arbeit der vielen Vorleser und Leseför­derer. “Der Verein Lesefüchse e.V. leistet hier einen ungemein wertvollen Beitrag“, begründete Hinters­berger die Preis­vergabe. Zusammen mit Silke Janssen vom DEICHMANN-Förder­preis überreichte er eine Urkunde sowie das Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro.

Die regel­mä­ßigen wöchent­lichen Vorle­se­stunden in 20 Münchner Grund­schulen und 17 Stadt­bi­blio­theken hatten die Deichmann-Jury beein­druckt. Mit dem Preis, der in allen Bundes­ländern separat und anschließend einmal bundesweit vergeben wird, fördert der Schuhein­zel­händler seit zwölf Jahren die beruf­liche und gesell­schaft­liche Integration von benach­tei­ligten Kindern und Jugend­lichen. Insgesamt werden jährlich über 100.00 Euro ausge­schüttet. Heinrich Deichmann, Vorsit­zender des Verwal­tungs­rates der DEICHMANN SE und Initiator des Förder­preises, weiß, dass die Hilfe nicht alleine durch öffent­liche Insti­tu­tionen bewältigt werden kann: „Für eine gelungene Integration bedarf es der Unter­stützung durch Schulen, Initia­tiven und Privatpersonen.”

Von der Kinder­ta­ges­stätte Neuhausen kam eine kleine Kinder­gruppe zu Besuch und Christel Günther las ihnen eine lustige Geschichte vor über einen Stinke­wett­bewerb im häuslichen Schuh­schrank. Hans Wanger als 1.Vorsitzender bedankte sich herzlich bei Staats­se­kretär Hinters­berger und

Silke Janssen vom Deichmann-Förder­preis, die extra aus Essen angereist war. “Die Nachricht, dass der Lesefüchse e.V. bayeri­scher Landes­sieger des Deichmann-Förder­preises für Integration geworden ist, hat uns unbändig gefreut und stolz gemacht. Es ist die Bestä­tigung, dass wir mit unserem Mento­ren­projekt auf einem guten Weg sind”, sagte er. Und da beide Gäste auch innerhalb der Familie gerne vorlesen, gabe er ihnen zum Abschied zwei [espro-slider id=3493]bezaubernde Bücher mit: Eine Gechichte über den störenden Lärm, den Nachbarn manchmal machen und Wege, wie man sich trotzdem gut versteht. Und eine Fortset­zungs­ge­schichte vieler Autoren und Illus­tra­toren, von denen jeder nur das Werk des unmit­tel­baren Vorgängers, aber nichts von einem großen roten Faden wußte. Ein herrliches Beispiel, wie aus verschie­denen Inter­essen und Ansichten gemeinsam eine schöne Geschichte entstehen kann.

Mit der Idee, die Sprach­kom­petenz von Kindern aus sozial schwie­rigen Verhält­nissen oder nicht­deut­scher Herkunft zu fördern und sie mit Geschichten aufwachsen zu lassen, schickt der Verein Lesefüchse wöchentlich rund 300 ehren­amt­liche Helfer zu etwa 1.100 vier- bis zehnjäh­rigen Kindern im Raum München. Zusätzlich wird in acht Schulen mit 32 Vorleser/innen für etwa 70 sozial oder sprachlich benach­tei­ligte Kinder mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund eine Einzel­le­se­för­derung durch Mentoren angeboten. Die Förderung beinhaltet spiele­rische Übungen, lustige Sachtexte mit anspre­chender visueller Aufma­chung, um Neugier und Motivation zu wecken. Die Einzel­sit­zungen dauern 20 bis 30 Minuten und die Förderung der Kinder erstreckt sich über ein ganzes Schuljahr. Ziel der Förderung ist die Entwicklung der Sprach­kom­petenz sowohl für den verbalen Ausdruck als auch für das Lesen und das Verständnis von Texten. Neben der Erwei­terung ihres Sprach­schatzes werden den Kindern durch Märchen und Geschichten auch der kultu­relle Hinter­grund und die Werte unseres Landes vermittelt. Durch Geschichten aus fremden Ländern wiederum erfahren die Kinder eine Erwei­terung ihres Weltbildes. Durch das Vorlesen und die Sprach­übungen fördert der Verein auch Eigen­schaften wie Geduld, Konzen­tra­ti­ons­fä­higkeit und Ausdauer. Dies erleichtert den Kindern das Lernen in der Schule und trägt dazu bei, dass auch benach­tei­ligte Kinder später die gleichen Chancen erhalten. Am Ende des Schul­jahres erhalten alle Kinder ein Buchge­schenk von den „Lesefüchsen“, damit sie sich daran gewöhnen, auch selbst zu lesen und Bücher zu besitzen.

(hpm)