Allach-Untermenzing ist jetzt auch dabei

Das neue Vorleseteam in Allach-Untermenzing (vl): Susanne Wutz, Silvia Nervegna und Marianne Demmel (2.v.r). Neben ihr die Allach-Untermenzinger Jugenbibliothekarin Silke Klöckner. Und in der Mitte Lesefuchs-Koordinator Manfred Lucko, der die vier Blumensträuße nur einmal ganz kurz fürs Foto festhalten durfte. Foto: HP Meier/ Lesefüchse

Der Münchner Nord-Westen zählt jetzt auch zum Revier der Lesefüchse. In der Stadtbibliothek Allach-Untermenzing hat ein neues Vorleseteam angefangen. Drei Damen unterschiedlichen Alters werden künftig alle kleinen Noch-Nicht-Leser, die am Dienstag in die Vorlesestunde kommen, für die Welt der Bücher begeistern. Silvia Nervegna ist die jüngste der Vorleserinnen. Sie studiert Tourismus und ist daher in der Lage, sich den Nachmittag ab 16 Uhr frei zu halten. "Ich möchte die Kinder für Bücher begeistern. Das ist spannend zu sehen, was sie für sich mitnehmen dabei", sagt sie und wie auf Bestellung kräht der kleine Leon, der vor ihr steht: "Die Geschichte gefällt mir!" Es ist das Buch "Wir gehören zusammen", das von einer Freundschaft von Igel und Hase erzählt. Zwei sehr verschiedene Tiere, die gerade das toll an dem anderen finden, was sie selber nicht haben: pieksige Stacheln und ein weiches Fell. Schöne Geschichte und deswegen klemmt er sich das Buch gleich  unter den Arm und schleppt es ab zur Ausleihe.

Eine andere Geschichte vom ersten Vorlesetag und ebenfalls von den Unterschieden der Personen handelt, ist die vom Elchhörnchen. Große Bilder, wenig Text. Das entspricht der Altersgruppe der etwa vierjährigen, die in die Bibliothek am Schulzentrum an der Pfarrer-Grimm-Straße mit ihren Eltern gekommen sind. Für die Teamleiterin Susanne Wutz ist die Lesestunde äußerst praktisch, weil sie als "hauptberufliche Mama" ihre Tochter Mina gleich mitbringen kann. Wobei das manche eherne Regel der Lesefüchse ziemlich über den Haufen wirft. "Ich weiß ja, dass wir als Vorleser die Kinder nicht auf den Schoß nehmen dürfen. Find ich auch total richtig. Aber bei dem eigenen Kind ist das wohl erlaubt, oder", grinst sie verschmitzt.

Marianne Demmel ist die dritte im Bunde. Die Rentnerin kennt sich in der Bibliothek mindestens so gut aus wie in ihrer Damenhandtasche, weil sie hier schon einige Zeit ehrenamtlich aushilft. Sie liebt besonders Bücher, in denen Tiere vorkommen. Da traf es sich gut, dass die Jugendbibliothekarin Silke Klöckner für ihre Bücherei, die 1983 gemeinsam mit den umliegenden Schulen gebaut wurde,  Vorleser für die Lesefüchse suchte. Quasi im Handumdrehen ist es ihr gelungen ein Team zu rekrutieren. Noch dazu Vorleserinnen, die in der Nachbarschaft wohnen. Eine klassische Win-Win-Situation mit Vorteilen für alle Beteiligten. Die Bibliothek, es ist die 18. im gesamten Stadtgebiet, zur der die Lesefüchse kommen, erhält ein Vorleseteam, die Vorleserinnen haben kurze Wege und den Kindern macht es mächtig Spaß.

"Vorlesen ist einfach total wichtig für die Kinder", sagt Klöckner. "Und wir sind so froh, dass wir von den Lesefüchsen Hilfe bekommen können."

(hpm)

 

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