Toleranz vermitteln anhand der Geschichte von Anne Frank

Ein gewöhn­liches Mädchen

„Die Geschichte von Anne Frank beginnt mit einem gewöhn­lichen kleinen Mädchen, so einem, neben dem du in der Klasse sitzen könntest…“. So lauten die ersten Worte des reich bebil­derten Jugend­buches „Anne Frank“ von Josphine Poole, und so steigen auch die Lesefüchse in diese Geschichte ein, die beispielhaft die Ausgrenzung und Vernichtung von Menschen durch die Natio­nal­so­zia­listen aufzeigt. „Die haben die Menschen unmenschlich behandelt“, so das Fazit einer Schülerin nach dem moderierten Gespräch über das Schicksal der Familie Frank, über Menschen­rechte, Demokratie und Diktatur.

Anhal­tendes Interesse der Grundschulen

„Toleranz – Ausgrenzung – Kinder­rechte“, ein Koope­ra­ti­ons­projekt der Lesefüchse mit dem NS-Dokumen­ta­ti­ons­zentrum München, wurde 2012 initiiert. Es fand heuer an insgesamt sechzehn Klassen der vierten Jahrgangs­stufe statt. Zu seinem Gelingen trugen sechs engagierte Lesefüchse und drei pädago­gisch geschulte Historiker*innen unter Leitung von Dr. Thomas Rink bei. Die Lesefüchse lasen „Anne Frank“ von Josephine Poole vor und die Historiker*innen leiteten die nachfol­gende Diskus­si­ons­runde. Alle Klassen besuchten im Nachgang Teile der Ausstellung „München und der Natio­nal­so­zia­lismus“ im NS-Dokumen­ta­ti­ons­zentrum München.

Dr. Thomas Rink zeigt den Viert­klässlern den Münchner Königs­platz – zur NS-Zeit und heute.
Foto: Dr. Monika Offenberger

Am 25. März 2026 haben wir das Projekt auf einem Fachtag für Pädogog*innen vorge­stellt. Die Veran­staltung wurde unter dem Motto „Lesen fördern – Demokratie stärken“ vom Netzwerk Leseför­derung organi­siert. Das Projekt stieß auf großes Interesse: Für nächstes Jahr hat eine weitere Grund­schule ihre Teilnahme angemeldet. 

Dr. Monika Offenberger