MINT-Themenabend gibt Impulse für eine inspirierende und kreative Leseförderung
„Wer sind die „Scottys“ von heute für unsere Kinder?“ Antworten auf diese Frage zu finden, war das zentrale Thema beim Austausch der Lesefüchse am 29. Mai in der Stadtbibliothek im Motorama. „Kinder brauchen Vorbilder, um Begeisterung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu entwickeln“, sagte Elena Reumann, Organisatorin der Themenabende, in ihrem Impulsvortrag. Kinder lernen durch Identifikation und Geschichten, die abstrakten Lehrplänen und Formeln eine Bedeutung geben und Faszination entfachen.
Fiktion schafft Faszination
Die Beispiele von fiktiven Charakteren wie Chefingenieur Montgomery „Scotty“ Scott aus Raumschiff Enterprise oder den detailreichen Mäuse-Abenteuern des Autors Torben Kuhlmann, wie der zum Mond fliegenden Maus Armstrong, verdeutlichten, wie Fiktion Ängste vor der Wissenschaft nehmen kann. Diese Geschichten machen das Konstruieren und Forschen zu einem bildgewaltigen Abenteuer. Sie stärken das Vertrauen der Kinder in ihre eigene Neugier.
Die Deutsche Telekom Stiftung hat in einer großen SINUS-Studie 2024 untersucht, was Kinder und Jugendliche für MINT-Themen motiviert. Das Ergebnis ist ein echter Weckruf: Fast 80 Prozent der 10- bis 16-Jährigen geben an, gut in Mathematik zu sein. 36 Prozent sagen, dass sie das Fach auch mögen, und lediglich 29 Prozent können sich vorstellen, einen MINT-Beruf zu ergreifen. Es besteht somit kein Defizit an Talent, sondern eine Motivationskrise.
Geschichten mit MINT-Themen wecken Neugier
Für die Leseförderung leiten sich daraus wertvolle Erkenntnisse ab: Geschichten zu MINT-Themen müssen neben dem reinen Kompetenzerwerb vor allem Begeisterung und Neugier wecken. Dass dies bereits für Kinder im Vorschul- und Grundschulalter möglich ist, zeigen die vielen spannenden und kreativen Bücher, die von den Teilnehmer*innen vorgestellt wurden.
„Staub – ohne uns geht nix“
Zum Beispiel das erste Sachbuch für Kinder zum Thema Staub von Silke Schlichtmann. Angelika Baumgärtner, Teamleiterin und Vorleserin, gab einen Einblick in eine echt spannende Welt: „Wer hat eigentlich den Staub erfunden und wusstet Ihr, dass Staub bunt ist? Ich hatte ja sowas von keine Ahnung!“ Ja, auch Erwachsene können von Kinderbüchern lernen. Das wurde an diesem Abend einmal mehr bestätigt. (sh)

