Von Helden, Schätzen und Löwen

Lesefest im Bayeri­schen Nationalmuseum

Auf Sitzkissen lauschten die Drittklässler*innen an vier stimmungs­vollen Vorle­se­orten den Lesefüchsen.
Foto: Stefanie Tschigg

Wer hätte das gedacht? Mit leuch­tenden Augen und großem Entde­cker­geist durch­streiften acht Klassen der dritten Jahrgangs­stufe das Bayerische Natio­nal­museum, immer auf der Spur der Löwen. Ob in Wappen verborgen, kunstvoll in Wandtep­piche gewebt oder als mächtige Figuren, sie lauerten überall. Und es waren erstaunlich viele! Am Ende zählte die Sieger­klasse sage und schreibe 230 Tatzen auf ihrer Stempel­karte – eine für jeden gefun­denen Löwen. Wir gratu­lieren der 3cg der Grund­schule an der Walliser Straße zu ihrem unver­gess­lichen Triumph!

Am Vormittag des 18. Juni 2026 wurde ein ganz beson­deres Kapitel geschrieben. Der Lesefüchse e.V. feierte sein 18. Lesefest zum ersten Mal in dem geschichts­träch­tigen Museum – und es war schlichtweg grandios. Hausherr General­di­rektor Dr. Frank Matthias Kammel brachte es beim Empfang auf den Punkt: „Kinder hier im Bayeri­schen Natio­nal­museum zu haben, ist der größte Schatz.“ 

Dr. Frank Matthias Kammel spricht vor Gästen beim Lesefest-Abschluss­empfang. Foto: Stefanie Tschigg

Grußwort des Oberbür­ger­meister Dominik Krause

Grünen-Stadtrat David Süß vertritt den Oberbür­ger­meister Dominik Krause beim Lesefest. Foto: Stefanie Tschigg

Ebenso zum ersten Mal übernahm der neu gewählte Oberbür­ger­meister Dominik Krause die Schirm­herr­schaft. Auch wenn seine persön­liche Teilnahme nicht möglich war, ließ er es sich nicht nehmen, den Lesefüchsen seinen tief empfun­denen Dank auszu­sprechen: „Wer Kindern vorliest, ermutigt und stärkt, fördert sie. Die Lesefüchse zeigen Kindern die Vielfalt der Welt und die Kraft der Fantasie – das ist von unschätz­barem Wert.“ Zudem betonte er die Bedeutung solcher Veran­stal­tungen für das städtische Leben.

Spannende Geschichten von Rittern, Königen und antiken Helden in histo­ri­schem Ambiente

Ein Hauch von Abenteuer lag in der Luft, als David Süß, Stadtrat der Grünen und stell­ver­tre­tender Frakti­ons­vor­sit­zender, als Ehren­vor­leser im Rittersaal Platz nahm. Zwischen glänzenden Rüstungen zog die Geschichte der tapferen kleinen Rittereule die Kinder sofort in ihren Bann. Die Neugier war geweckt und ließ nicht lange auf sich warten: „Wie wurde ein Mann zum Ritter?“ Die Antwort kam aus unerwar­teter Richtung. Eine Polizei­be­amtin aus dem Kreis der Vorle­senden erklärte es anschaulich: Mit ihrem Schlag­stock statt Schwert erhob sie, mit sanfter Geste, ein Kind feierlich in den Ritter­stand. Ein Augen­blick voller Staunen, der lange nachwirken wird.

Auch Lena Odell, SPD-Stadt­rätin und Beisit­zerin im Frakti­ons­vor­stand, entführte die Kinder in der frisch renovierten Rotunde in eine andere Zeit. Mit der Legende von König Artus ließ sie das geheim­nis­volle Gefühl der Ritter­runde lebendig werden. Im Lands­huter Zimmer schuf Polizei­prä­sident Thomas Hampel eine ganz eigene Zauberwelt: Mit „Das Hexen­häuschen im Schlosspark“ fesselte er eine Schar gekrönter Kinder, die gebannt jedes Wort aufsogen. Und vor den eindrucks­vollen Statuen im Straub/ Günther-Saal nahm Isabel Stier, Geschäfts­füh­rerin der Versi­che­rungs­kammer Stiftung, die jungen Zuhörenden gleich mit auf mythische Reisen: zu den „Goldenen Äpfeln der Hespe­riden“, zu „König Midas“ und zur bewegenden Geschichte von „Demeter und Persephone“.

Zwei Dutzend Ehren­amt­liche tragen zum Gelingen bei

Dieses Lesefest des Lesefüchse e.V. war weit mehr als eine Veran­staltung. Es war ein Tag voller Fantasie, histo­ri­scher Begeg­nungen und leuch­tender Augen. Dafür sorgten vor allem die acht Vorleser*innen des Vereins und vier Polizeibeamt*innen, die den Vormittag mit ihren Lesungen spannend gestal­teten. Weitere acht Lesefüch­sinnen beglei­tetet die Klassen, um ihnen Ausstel­lungs­stücke zu erklären und das Löwen-Suchspiel anzuleiten. Und natürlich durfte das Lesefest-Maskottchen der Lesefuchs nicht fehlen: Der Polizei­beamte im Fuchs­kostüm begleitet seit neun Jahren die Lesefeste. Auch in diesem Jahr wurde er von den Kindern stürmisch begrüßt.

Buchpakete für die Schul­klassen zur Erinnerung

Der Gastgeber, das Bayerische Natio­nal­museum und die organi­sie­renden Damen der Lesefüchse-Geschäfts­stelle konnten sich mit allen Teilneh­menden über den erfolg­reichen Vormittag freuen. Zum Abschied bekamen die Klassen ein kleines Buchpaket mit, das die Buchverlage Circon, Knesebeck und Marzellen Verlag spendierten. So können die Schüler*innen ihre Lieblings­ge­schichte des Tages nochmal nachlesen und nachwirken lassen. Das Lesefest fand mit freund­licher Unter­stützung der Versi­che­rungs­kammer Stiftung statt.

Gastgeber Dr. Frank Matthias Kammel (li.) und Lesefüchse-Vorsit­zende Carmen Deiseroth (4. v. li.) freuen sich gemeinsam mit den Ehrenvorleser*innen Isabel Stier (2. v. li.), David Süß (3. v.li.) und Thomas Hampel (re.), sowie Michaela Vetter (3.v.re.) über die gelungene Veran­staltung. Die Organi­sa­to­rinnen seitens des Lesefüchse e.V. Christine Koch (4. v. re.) und Michaela Hanauer-Dietmaier (2. v. re.) und seitens des Bayeri­schen Natio­nal­mu­seums Dorothea Band (5. v. li.) sind zufrieden über den erfolg­reichen Verlauf des 18. Lesefestes.
Foto: Stefanie Tschigg