Mit Glühwein, Platzerln und Gesang

Weihnachts­feier der Lesefüchse

Carmen Deiseroth bei ihrer Ansprache
Carmen Deiseroth, vorsit­zende der Lesefüchse, bedanke sich ausführlich bei den Aktiven und Vorleser*innen.

Alles war so wie immer und doch war alles anders. Das Weihnachtsfest der Lesefüchse fand, wie schon in den vergan­genen Jahren im Pfarrsaal der Sendlinger Kirche St. Stephan statt. Am Nachmittag traf sich ein Trupp aktiver Mitglieder zum Aufbau, Tische und Stühle ordentlich aufzu­stellen und zu dekorieren. Ab siebzehn Uhr wurde ein Glühwein heiß gemacht und zum Empfang an der Tür aufge­stellt. Ab halb sechs Uhr füllten sich konti­nu­ierlich der Saal und der freie Platz auf dem langen Buffet-Tisch nahm immer mehr ab. Auf der Bühne gab es Ehrungen langjäh­riger Mitglieder. Die Vorsit­zende blickt in ihrer Rede auf das vergangene Jahr. Man stillte seinen Appetit, trank ein paar Schlückchen, knabberte an den bereit­ge­stellten Platzerln, unter­hielt sich angeregt mit den Tisch­nachbarn und wünschte sich eine fröhliche Weihnachtszeit. 

Das alles war eigentlich wie immer. Aber das war eben längst noch nicht alles. Auch in Sendling hat sich die Welt ein kleines Stück weiter gedreht und einiges war anders als sonst. Das begann mit der Einladung, die allen Mitgliedern schön gestaltet mit unserer neuen Rundbrief-Bürosoftware per Mail zugesandt wurde. Eine elektro­nische Anfrage, zuklickbar, nach Mithilfe und Mitwirkung, die hatten wir bereits im vergan­genen Jahr. Aber diesmal hatten sich fast die Hälfte der angemel­deten über einhundert Mitglieder zugleich auch zum Anpacken einge­tragen. Aufbau‑, Abbau und Hilfe während der Veran­staltung wurden angeboten oder es wurden Plätzchen und Lebkuchen mitgebracht. 

Würstchen und Forellenmus

Die Grundlage der kulina­ri­schen Versorgung hatte Stefan Inderst übernommen. Ihm waren die Fleisch­pflanzl, Brotauf­striche und Baguette zu verdanken. Heiße Würste zu Kartof­fel­salat gab es außerdem genauso wie Käseplatte oder edlen Forel­lenmus von Anita Werner. Auch Christel Günther, Birgitt Grümmer, und Anke Nienhoff hatten sich zuvor daheim für die Feier an den Herd gestellt.

Für Carmen Deiseroth war es ihr erstes Weihnachtsfest in der Funktion als Vorsit­zende. „Wie macht man das heute“, fragte sie von der Bühne, weihnachtlich in rot und weiß gewandet, und gab sich gleich selbst die Antwort: “Man fragt die KI.“ Die künst­liche Intel­ligenz erwies sich aber auch nicht besser als ihre eigenen Ideen.  Und so blickte sie höchst eigen­ständig zurück auf das Jahr 2025 und nutzte die Gelegenheit, sich ausführlich bei allen aktiven Mitgliedern zu bedanken, die sich im Laufe des Jahres für die Lesefüchse engagiert hatten. Die Akteure einzelner Projekte genauso wie die bewährte Besetzung der Geschäfts­stelle, auch alle dort gelegentlich helfende Hände inbegriffen. 

Sie fand ein paar Worte zur finan­zi­ellen Situation der Lesefüchse, die sich durch die wirtschaft­liche Lage der Landes­haupt­stadt München nicht verbessert hat. „Das klingt da alles nicht nach Glühwein, Lebkuchen und Plätzchen, sondern eher nach trockenem Brot und Klinken­putzen.“ Das hätte ChatGPT auch nicht besser formu­lieren können.

Ehrungen für Lesefüchse

Waltraud Stocker und Buche Fischer wurden für zwanzig Jahre aktiver Arbeit für die Lesefüchse geehrt.

Ihrer Rede folgten dann die Ehrungen für Biche Fischer, die fünfzehn Jahre in der Impler­schule und fünf in der Sinai­schule gelesen hat. Und auch Waltraud Stocker wurde ausge­zeichnet, die seit 20 Jahren Teamlei­terin in der Schwan­thaler Schule ist. Für zehn Jahre Vorlesen wurden weitere acht Personen mit einer Urkunde geehrt.

Dann wurde es spannend, denn Michael Hanauer verteilte Bögen mit verzwickten Rätsel­fragen. Wer am Tisch beisammen saß bildete eine Mannschaft und es wurde breites Wissen abgefragt, vom Namen einer Apfel­sorte bis hin zu neuen Fußgän­ger­ampeln im Stadtteil Lehel. Da half auch keine KI, denn Handy­nutzung war nicht gestattet. Eigener Hirnschmalz war Trumpf und deswegen hat wohl auch die Gruppe „Die Gscheid­haferl“ gewonnen. Mit einem entschei­denen Punkt Vorsprung.

Und dann kam ein weiteres, völlig neues Element einer Lesefuchs-Weihnachts­feier: Die Vorsit­zende Carmen Deiseroth, die wenige Stunden vorher noch im Flugzeug auf dem Weg zwischen USA und Bayern gesessen war, griff zu ihrem Akkordeon und intonierte, auf der Flöte begleitet von Rose Bihler Shah, bewährte Weihnachts­lieder. Bei „Alle Jahre wieder“ sang dann der ganze Saal kräftig mit. Live, selber und ohne KI.

(hpm)