Gemeinsames Bücherfieber

Gelungene Lesungen auf der Münchner Bücher­schau junior

Lesen ist etwas Wunder­bares: Einfach einge­ku­schelt und abgekapselt vom Alltag in die unend­liche Welt der Fantasie eintauchen! Das konnten die Besucher*innen auf der Münchner Bücher­schau junior in der vergan­genen Woche beobachten. Auf Sitzsäcke und zwischen Bücher­re­galen versenkten sich Kinder und Jugend­liche fast fieberhaft in Geschichten.

Noch schöner ist es, diese Fanta­sie­reise mit anderen zu teilen, so wie es die Lesefüchse an beiden Bücher­schau-Sonntagen angeboten haben. Sie lasen auf der Lesebühne rund 55 Kindern und deren Eltern vor. Dass diese Form des Mitein­anders besonders viel Freude macht, stellt die kleine Emma im von Birgitt Grümmer vorge­le­senen Bilderbuch „Die Stille im Bauch des Wales“ von Xin Li fest. Allein Lesen ist gut, aber Geschichten mitein­ander erleben ist besser! Emma kapselt sich nämlich ab, um in Ruhe lesen zu können. Da stört jede Person, die in diese Welt eindringt. Ein Eindringling ist aber besonders hartnäckig, und er überzeugt letztlich Emma, ihre Geschichte mit anderen zu teilen, indem sie vorliest. Welch ein passendes Buch zum Anliegen der Lesefüchse!

Eine Frau liest einer Gruppe von Kindern vor.
Michaela Hanauer-Dietmaier spricht mit den Kindern über das Bilderbuch “Schatten ist für alle da!“
Foto: Christine Koch

Fokus auf neue Bücher

Die langjäh­rigen Vorle­se­rinnen Michaela Hanauer-Dietmaier und Birgitt Grümmer setzten bei der Auswahl einen Fokus auf Neuerschei­nungen. Hervor­ge­hoben sei hier noch das Bilderbuch „Schatten ist für alle da!“ von Chris­tiane Wittenburg und Katja Jäger, das Michaela Hanauer-Dietmaier so lebendig vortrug, dass die Kinder gebannt mit den schwit­zenden Tieren mitfie­berten, wie der Schat­ten­mangel gemeinsam gelöst würde.

Nach den Lesungen tauchten die Kinder wieder zwischen den Regalen unter und zogen Bücher hervor: „Papa, ich möchte das Buch hören!“ Schon wird ein freier Platz zum Sitzen gesucht. Und als dann die Stimme des Vaters erklang, schlug das Leseför­derer-Herz höher. Da konnten sich beide Lesefüch­sinnen sicher sein: Sie haben mit ihren Lesungen das Bücher­fieber weiter angeschürt. (ck)