Tatü tataa, Lesefüchse und die Feuerwehr

Sechs feuerwehrleer und eine Lesefüchsin vor seiner Klasse in der Stadtbibliothek Nymphenburg
Feuer­wehrler kommen nie allein, auch nicht zum Vorlesen. Zwei Männer und vier Frauen der Freiwil­ligen und der Berufs­feu­erwehr München trugen mit Michaela Hanauer in der Stadt­bi­bliothek Neuhausen Kindern der Dom-Pedro-Schule eine wilde Feuer­wehr­ge­schichte vor.

Die ersten morgend­lichen Besucher der Neuhausen Stadt­bi­bliothek waren womöglich ein wenig irritiert: Direkt neben dem Eingang stand eines von den bulligen, sehr großen Feuer­wehr­fahr­zeugen, zwei andere rote Feuerwehr-PKW gleich nebendran. Aber alles war ruhig. Keine Schläuche ausge­rollt, keine Drehleiter ausge­fahren. Ein Feuer war weder zu sehen noch zu riechen. Qualm? Nirgendwo. Dafür im ersten Stock lauter Kinder, die sich zum Veran­stal­tungsraum drängten. Also kein Alarm und keine Gefahr. Statt dessen: Vier zweite Klassen aus der benach­barten Dom-Pedro-Schule besuchten die Bibliothek, weil die Lesefüchse gemeinsam mit der Freiwil­ligen Feuerwehr und der Münchner Berufs­feu­erwehr zur Vorle­se­stunde einge­laden hatten. Thema Nummer 1 war natürlich eine Feuer­wehr­ge­schichte von Vanessa Walder. Da löscht Eddie, der Waschbär, gemeinsam mit anderen Tieren einen heftigen Waldbrand. Jeden­falls fangen sie schon mal ganz geschickt damit an, bis die profes­sio­nelle Feuerwehr endlich kommt.

Feuer­wehr­frauen und ‑männer

Zum bundes­weiten Vorle­setag, der in Neuhausen gemeinsam mit den Lesefüchsen organi­siert wurde, hieß es in diesem Jahr „Blaulicht bricht Barrieren“: Helden und wahre Vorbilder gibt es in allen Geschlechtern und sie können verschiedene Uniformen tragen. Es ist längst nicht mehr so, dass die Feuerwehr nur Männer beschäftigt. Das war Thema Nummer zwei. Zwar liegt der Frauen­anteil bei den Berufs­feu­er­wehren in Deutschland noch unter zwei Prozent. Bei der freiwil­ligen Feuerwehr sind es schon 7% und bei den 237.000 Angehö­rigen der Jugend­feu­er­wehren in Deutschland beträgt der Anteil bereits fast 25%. Tendenz steigend.

“Das Vorlesen war toll”. Da waren sich alle Kinder einig, die Anne Bögner von München TV inter­viewte . Fotos: Lesefüchse/ hpm

Die Idee zu dieser Aktion entstand zwischen Sonja Danzl, Diver­si­täts­be­auf­tragte der Brand­di­rektion München und Leiterin des Teams Vielfalt, Elena Reumann, Referentin des Ehren­amts­ma­nagement der Freiwil­ligen Feuerwehr München und Michaela Hanauer-Dietmaier von den Lesefüchsen. Die Lesung wurde in Uniformen aus dem Tages­dienst, in Wachkleidung oder in persön­licher Schutz­aus­rüstung durch­ge­führt. Und das rote Trumm draußen vor der Tür, in der Sprache der Feuer­wehren ein HLF, ein Hilfe­leis­tungs­lösch­fahrzeug also, das wurde nach der Lesung den Kindern in allen Funktionen erläutert.

Gelesen haben die Feuer­wehr­leute mit verteilten Rollen: (Im oberen Foto von links): Justin Biber, Felix Heine; Bandita Fuchs, Mathea Zerbin; Eddie Waschbär, Michael Gaertner; Olga Eule, Elena Reumann; Eichhörnchen Meike, Sonja Danzl; Horst Hirsch, Michaela Hanauer und als Erzäh­lerin Alexandra Römer.

Auch das Fernsehen berichtete über den bundes­weiten Vorle­setag, der in Neuhausen zum Feuer­wehrtag wurde. Anne Bögner von München TV kam mit ihrem Kameramann. Bei ihr kamen auch eine Reihe Kinder zu Wort. Das Vorlesen und der Feuerwehr-Waschbär Eddie hatte durchweg gut gefallen. Bei der Frage nach dem Wunsch­beruf aller­dings, wurde die Feuerwehr noch nicht genannt.

Auch München.TV berichtete 

Um den Bericht in München.TV anzusehen, bitte auf den nachste­henden Link klicken. Es öffnet sich ein neues Fenster mit einer Verbindung zur Mediathek des Münchner Senders. Ab Minute 6:37 kommt der Bericht über die Feuerwehr und die Lesefüchse .

München.TV

hpm