Lesefüchse am Lestag im Tierpark Hellabrunn

Wer ist eine Katze und wer ist es nicht? Für Simon, dem kleinen graugetigerten Hauskater, ist die Sache klar. Er ist eine Katze. Als er aber auf Tiger, Löwe, Gepard, Panther trifft, lachen die nur lauthals. Er auch eine Katze? So ein Winzling und eine Katze sein wollen? Unmöglich! Und so vergleichen sie einander. Farbe, Fellmuster, nachts auf einem Baum schlafen, das sind doch so Sachen, die wahre Katzen ausmachen, oder? In dem Buch von Gala Bernstein “GroßeTatzen, kleine Tatzen” werden sie verglichen und Simon kann die anderen zuletzt überzeugen. Er ist auch eine Katze.
Der Freitag in Hellabrunn war Tiergeschichten gewidmet. Der Münchner Zoo hatte die Lesefüchse eingeladen, einen Nachmittag lang für alle Kinder unter den Besuchern vorzulesen. Im Artenschutzzentrum, gleich neben den Affengehegen war die erste Gelegenheit, Geschichten über Tiere anzuhören. Die Lesefüchsinnen Lora Blümel, Christel Günther, Birgitt Grümmer, Ute Ruprecht hatten noch zwei weiteres Bücher dabei: “Kleiner Löwe, großer Mut” von Carolin Helm und Tom Belz und „Der Waldbuchclub“ von Annie Silvestro.
Im Elefantenhaus

Die zweite Gruppe der Lesefüchse positionierte sich im ersten Stock des Elefantenhauses. Während sich im Erdgeschoß die indischen Dickhäuter, darunter die kleine Nachwuchskuh Savani und ihre Mutter Rani, ihrem Futterkorb widmeten, wurden oben Geschichten vorgelesen wie „Elefanten weinen nicht“ von Gesa Neitzel, „Von kleinen Freunden und großen Hindernissen“ von Claudia Mende oder „Eine Nacht in der Savanne“, ein stimmungsvolles Sachbilderbuch von Isabelle Simler.
Jeweils drei Lesungen waren angesetzt an beiden gut ausgeschilderten Stationen. Rund 25 Kinder und ihre Eltern hatten den Weg zu den Lesefüchsen gefunden. Geschichten über Tiere zu hören, wenn man sie gleich nebenan beobachten kann, ist ein ganz besonderes Erlebnis. Diesen Tag gab es das erste Mal in Hellabrunn und die Tierparksleitung war hoch erfreut, wie gut es trotz sehr widrigem Wetter angenommen wurde: „Der Lesetag zeigt, wie vielseitig ein moderner Zoo heute sein kann“, erklärt Tierparkdirektor Rasem Baban. „Als Bildungsstätte möchten wir Natur- und Artenschutz nicht nur vermitteln, sondern erlebbar machen. Wenn Kinder zwischen Tierbeobachtung und Buchseiten wechseln, entsteht eine Verbindung, die nachhaltig wirkt. ” Zum Beispiel wenn man sich überzeugen kann, dass die eigene kleine Katze daheim wirklich sehr nahe verwandt ist ist all den Tigern, Löwen, Geparden oder Panthern.
(hpm)