Kleiner Löwe, große Tatzen

Lesefüchse am Lestag im Tierpark Hellabrunn

Waren mit dabei in Hella­brunn (v.l.): Joanna Nobler Arten­schutz­be­auf­tragte; die Lesefüch­sinnen Lora Blümel, Christel Günther, Birgitt Grümmer, Ute Ruprecht und Elena Weindel vom Tierparkteam Umweltbildung.

Wer ist eine Katze und wer ist es nicht? Für Simon, dem kleinen grauge­ti­gerten Hauskater, ist die Sache klar. Er ist eine Katze. Als er aber auf Tiger, Löwe, Gepard, Panther trifft, lachen die nur lauthals. Er auch eine Katze? So ein Winzling und eine Katze sein wollen? Unmöglich! Und so vergleichen sie einander. Farbe, Fellmuster, nachts auf einem Baum schlafen, das sind doch so Sachen, die wahre Katzen ausmachen, oder? In dem Buch von Gala Bernstein “Große­Tatzen, kleine Tatzen” werden sie verglichen und Simon kann die anderen zuletzt überzeugen. Er ist auch eine Katze. 

Der Freitag in Hella­brunn war Tierge­schichten gewidmet. Der Münchner Zoo hatte die Lesefüchse einge­laden, einen Nachmittag lang für alle Kinder unter den Besuchern vorzu­lesen. Im Arten­schutz­zentrum, gleich neben den Affen­ge­hegen war die erste Gelegenheit, Geschichten über Tiere anzuhören. Die Lesefüch­sinnen Lora Blümel, Christel Günther, Birgitt Grümmer, Ute Ruprecht hatten noch zwei weiteres Bücher dabei: “Kleiner Löwe, großer Mut” von Carolin Helm und Tom Belz und „Der Waldbuchclub“ von Annie Silvestro.

Im Elefan­tenhaus

Oben wird vorge­lesen und unten futtern die Elefanten: Die Lesefüchse im Münchner Tierpark (v.l.): Doris Brinnig, Michaela Hanauer-Dietmaier, Ingrid Fischer, Klaus Brinnig und der Arten­schutz­be­auf­trage Siegfried Hofmann. Fotos: hpm/ Lesefüchse 

Die zweite Gruppe der Lesefüchse positio­nierte sich im ersten Stock des Elefan­ten­hauses. Während sich im Erdge­schoß die indischen Dickhäuter, darunter die kleine Nachwuchskuh Savani und ihre Mutter Rani, ihrem Futterkorb widmeten, wurden oben Geschichten vorge­lesen wie „Elefanten weinen nicht“ von Gesa Neitzel, „Von kleinen Freunden und großen Hinder­nissen“ von Claudia Mende oder „Eine Nacht in der Savanne“, ein stimmungs­volles Sachbil­derbuch von Isabelle Simler.

Jeweils drei Lesungen waren angesetzt an beiden gut ausge­schil­derten Stationen. Rund 25 Kinder und ihre Eltern hatten den Weg zu den Lesefüchsen gefunden. Geschichten über Tiere zu hören, wenn man sie gleich nebenan beobachten kann, ist ein ganz beson­deres Erlebnis. Diesen Tag gab es das erste Mal in Hella­brunn und die Tierparks­leitung war hoch erfreut, wie gut es trotz sehr widrigem Wetter angenommen wurde: „Der Lesetag zeigt, wie vielseitig ein moderner Zoo heute sein kann“, erklärt Tierpark­di­rektor Rasem Baban. „Als Bildungs­stätte möchten wir Natur- und Arten­schutz nicht nur vermitteln, sondern erlebbar machen. Wenn Kinder zwischen Tierbe­ob­achtung und Buchseiten wechseln, entsteht eine Verbindung, die nachhaltig wirkt. ” Zum Beispiel wenn man sich überzeugen kann, dass die eigene kleine Katze daheim wirklich sehr nahe verwandt ist ist all den Tigern, Löwen, Geparden oder Panthern. 

(hpm)