
Details
Autor: Ruprecht Polenz
Illustrator: Sidney von Veh
Verlag: Coppenrath Verlag 2025
ISBN: 978–3‑649–64972‑4
empfohlen von: Helga Jesberger-Fischer
in der Stadtbibliothek: Allach-Untermenzing, Fürstenried, Giesing, Hadern, Laim, Maxvorstadt, Ramersdorf, Riem, Waldtrudering und im Motorama
zu finden im Interessenkreis: Kinder / A – Z
unter der Signatur: k POL
In diesem Buch wird kindgerecht das Prinzip der Demokratie erklärt. Wie in Orwells “Farm der Tiere” geht es um das Errichten eines gerechten Miteinanders.
Nachdem der Bauer gestorben ist, sind die Tiere des Bauernhofes sich selbst überlassen. Früher hatte der Bauer dafür gesorgt, dass alle Futter bekamen und einen Stall zum Schlafen hatten. Diese Ordnung gibt es nicht mehr. Erst geht das Futter aus, weil keiner sich um Nachschub kümmert, dann benehmen die großen Tiere sich rücksichtslos gegenüber den kleineren. Jeder schaut nur auf seinen Vorteil. So kann das nicht bleiben. Der junge Hofhund Joscha und das Zicklein Kimmi beratschlagen, wie sie die Verhältnisse auf dem Hof verbessern können.
Entscheidende Ratschläge bekommen sie vom betagten Esel Benjamin. Der hat schon einmal eine ähnliche Situation erlebt, nämlich auf der Farm der Tiere. Von ihm erfahren sie, was damals schiefgelaufen ist und welche Fehler die Tiere auf der Farm gemacht haben, so dass es dort zu großem Streit und Ungerechtigkeiten gekommen ist.
Eines ist klar: Auf keinen Fall soll es einen Anführer geben, einen Bestimmer, zu dem sich der Ochse Oskar gerade aufschwingen will. Er ist zwar der Größte und Stärkste auf dem Hof. Doch er kümmert sich vor allem um sich selbst. Die Tiere hören interessiert zu, als Benjamin ihnen das Prinzip Mitbestimmung erklärt. Es gibt viele hitzige Diskussionen bis sich die Tiere darauf einigen, dass allen die gleichen Rechte zustehen sollen, unabhängig von ihrer Größe und Stärke.
Sie beschließen, dass von nun an alle Entscheidungen gemeinsam getroffen werden. So kann die Arbeit gerecht verteilt werden und alle profitieren von einem friedlichen Miteinander. Sie stellen Regeln auf und wählen ein Gremium aus verschiedenen Tieren, einer Kuh, einem Pferd, einem Schwein, einem Schaf und einer Ente. Dieses Gremium soll sich um die Ordnung kümmern, dafür sorgen, dass alle Regeln eingehalten werden und die Arbeit gerecht verteilt wird. Endlich sieht es danach aus, dass das Leben aller auf dem Hof angenehm wird und alle ihre Aufgaben gern erfüllen. Und der Hof gehört allen gleichermaßen. Der einzige Hof weit und breit, der nur von Tieren geführt wird.
Dieses Buch ist eine wunderbare Einführung in das Wesen der Demokratie. Der Autor hat für Kinder leicht verständliche Beispiele gefunden, die zeigen, wie wichtig es für ein gutes Zusammenleben ist, wenn alle Freiheit und gleiche Rechte haben. Die Geschichte bietet viel Stoff für gemeinsames Nachdenken, bleibt aber immer unterhaltsam und spannend. Die Bilder passen gut zu den Texten, sind witzig, und man schaut sie gerne immer wieder an. Zum Vorlesen in der Grundschule ab der zweiten Klasse. Vom Verlag zum Selberlesen ab acht Jahren empfohlen.