Selma, du machst das falsch!

Details

Autor: Tini Malina

Verlag: Nord Süd Verlag 2025

ISBN: 978–3‑314–10736‑8

empfohlen von: Helga Jesberger-Fischer

in der Stadtbibliothek: Moosach, Pasing, Schwabing, Sendling, HP8 und Kinder und Jugend­bi­bliothek im Motorama 

zu finden im Interessenkreis: Bilderbuch / Mitein­ander leben

unter der Signatur: b MAL

Die kleine Spinne Selma ist nicht wie die anderen Spinnen. Nicht nur ihre rote Basken­mütze macht sie besonders, sie möchte auch ihre Netze nicht so spinnen wie die anderen es tun. Kein Wunder, dass sie immer wieder den Satz hört: “Selma, du machst das falsch!”. Doch Selma lässt ihrer Fantasie freien Lauf und gibt ihren Netzen weiterhin ganz neue Muster. Mal webt sie ein Netz mit Regen­tropfen, mal spinnt sie, inspi­riert vom Mondlicht, kleine Sterne in ihr Netz ein. Doch so hübsch das auch aussieht, zum Fliegen­fangen sind die Gewebe nicht geeignet. Weshalb Selma auch jedes Mal wieder zu hören bekommt, dass sie etwas falsch macht.
Aber Selma hat einen Plan. Sie möchte die ganze Pracht des Universums einfangen, möchte so nah wie möglich am Himmel weben. Dazu muss sie hoch hinaus, und so macht sie sich auf den Weg zum höchsten Gebäude am Rande des Parks. Sehr anstrengend ist das für so eine kleine Spinne, die vielen Etagen an dem hohen Haus hinauf­zu­klettern. Gut, dass sie einer alten Artge­nossin begegnet, die sie ermutigt, nicht aufzu­geben. “Nur die Spinne, die riskiert, zu weit zu spinnen, kann heraus­finden, wie weit sie spinnen kann.” Mit dieser Bestärkung klettert Selma weiter. Bis sie tatsächlich ganz oben auf dem Dach ankommt. Sie freut sich sehr über ihren Erfolg und beginnt auch gleich, ihre Fäden zu spannen. Nach allen Seiten zieht sie ihre Weben, auch um ein kleines Raumschiff, das auf dem Dach des Hauses gelandet war. Als sie gerade webt, hebt das Raumschiff plötzlich ab und Selma tritt ihre Reise zum Mond an.
Spät in der Nacht, als der Mond hell leuchtend am Himmel steht, bemerken die anderen Spinnen ein wunder­schönes Netz, das die Schönheit des Nacht­himmels besonders prächtig einge­fangen hat. Allen ist klar, dass das nur Selmas Werk sein kann. Endlich sind sie überzeugt von Selmas Kunst. “Selma, das ist ausge­zeichnet!”, rufen sie. Doch Selma hört sie nicht mehr, sie ist damit beschäftigt, im Universum noch mehr von ihren pracht­vollen Netzen zu weben.
Auf charmantere Art kann man die Themen Anderssein, Willens­stärke und Durch­hal­te­ver­mögen für Kinder kaum darstellen. Die sympa­thische Selma kann zum Vorbild werden, sich nicht entmu­tigen zu lassen, wenn man in den Augen der anderen vermeintlich “alles falsch macht”. Die großflä­chigen Bilder unter­streichen den Text sehr schön. Die kunst­vollen Gewebe Selmas stehen im Vordergrund.