Pelle und Yoko retten den Wald

Details

Autor: Andrea Reitmeyer

Verlag: Jumbo Medien 2023

ISBN: 978–3‑8337–4571‑3

empfohlen von: Helga Jesberger-Fischer

in der Stadtbibliothek: Kinder- und Jugend­bi­bliothek im Motorama 

zu finden im Interessenkreis: Bilderbuch / Natur

unter der Signatur: b REI

Die Füchsin Yoko und der Braunbär Pelle sind beste Freunde. Ihre Heimat liegt in den Karpaten, inmitten unberührter Natur. Menschen begegnet man zwischen den schnee­be­deckten Bergen nur selten. Hier ist ausrei­chend Raum für viele Wildtiere. Sie finden genügend Platz, um ihre Jungen aufzu­ziehen, Nahrung für alle und auch ausrei­chend Wasser in den Flüssen und Seen.

An einem dieser Flüsse leben Yoko und Pelle. Ihr größtes Vergnügen ist es, im klaren Wasser zu schwimmen und ab und zu einen Fisch zu fangen. Auch heute springen sie voller Übermut in den Fluss. Doch statt wie sonst mit einem lauten Platsch im Wasser zu landen, haut es sie unsanft auf das schlammige Flussbett. 

“Wo ist denn das ganze Wasser hin?”, wundern sie sich. Auch die anderen Tiere sind beunruhigt und können sich nicht erklären, warum plötzlich kein Wasser mehr aus den Bergen kommt. Yoko und Pelle beschließen, der Sache auf den Grund zu gehen. Sie machen sich auf den Weg, immer am trockenen Flussbett entlang. Wohin sie auch kommen, begegnen sie besorgten Tieren, denen Wasser fehlt. Die Fische haben nur noch einen kleinen Tümpel, der längst nicht für alle reicht. Die Frösche können ihre Eier ohne Wasser nicht aufziehen. Selbst die Raben sitzen auf vertrock­neten Bäumen. Nach einer Weile kommen Yoko und Pelle zu einem Ort, wo früher Eichen, Buchen und Birken wuchsen. Nun sind weit und breit nur noch Baumstümpfe zu sehen. Wie ist das möglich?

Als sie schon sehr weit gelaufen sind, versperrt ihnen plötzlich ein riesiger Damm aus Baumstämmen den Weg. Als sie mit großer Mühe darüber klettern, trauen sie ihren Augen nicht, was sich dahinter verbirgt. Hier haben sich Biber einen großen See gestaut. Die Baumstämme hindern das Wasser daran, seinen natür­lichen Lauf ins Tal zu nehmen. Das ist der Grund, weshalb der Fluss ausge­trocknet ist. Den Bibern geht es prächtig. Sie tummeln sich im Wasser, spielen mit ihren Jungen, bauen Wasser­rut­schen und haben ihre helle Freude an ihrem See. Sie begrüßen Yoko und Pelle freundlich und laden sie ein mitzuspielen. 

Doch Pelle macht ihnen sehr deutlich, was er von der Sache hält. Denken sie denn gar nicht an die anderen Tiere, die nun ohne Wasser sind? Er erzählt ihnen von den Sorgen der Fische und Frösche. Die Biber sind zunächst gar nicht einsichtig. Sie wissen nichts von anderen Tieren und wollen ihren Stausee nicht so ohne weiteres aufgeben. Nun mischt sich auch Yoko ein und behauptet sehr bestimmt, dass alle ein Recht auf Wasser haben und die Biber gefäl­ligst darauf Rücksicht zu nehmen haben. Nun erschrecken die Biber doch und geben zu, dass sie nie über die Folgen ihres Tuns nachge­dacht haben. Da sie aber nun von der Not der anderen Tiere wissen, wollen sie sofort Abhilfe schaffen. Gemeinsam machen sie sich ans Werk, und nach kurzer Zeit haben sie den Damm abgetragen. Nun kann das Wasser wieder fließen und rauscht durch das Flussbett.

Yoko und Pelle treten den Rückweg in ihren Wald an. Dort werden sie freudig begrüßt und alle feiern ein Fest bis in die Nacht. Eine Natur­ka­ta­strophe wird abgewendet. Diesmal ausnahms­weise nicht von Menschen verur­sacht. Aber man kann durchaus Paral­lelen ziehen, wie es sich auswirken kann, wenn man in den Lauf der Natur eingreift.

In den farbig sehr gut angepassten Bildern gibt es viel Liebens­wertes zu entdecken. Eine kleine Sachein­führung zur Landschaft der Karpaten, zu Fuchs und Bär und zu den Bibern runden die schöne Erzählung ab. Zum Vorlesen und Anschauen ab vier Jahren geeignet.