Otto und der kleine Herr Knorff

Details

Autor: Andrea Schomburg

Illustrator: Stefanie Reich

Verlag: Cbj

ISBN: 978-3-570-17375-6

empfohlen von: Eva Sucharowski-Gall

in der Stadtbibliothek: Stadtbibliothek Am Gasteig / Kinder- und Jugendbibliothek

zu finden im Interessenkreis: k : Erzählungen für Kinder bis 9 Jahre

unter der Signatur: k SCHO

Hier wird das Thema Ordnung – Unordnung, wie geht man damit um, sehr humorvoll und diffe­ren­ziert abgehandelt.

Knobelius Knorff, ein Liebhaber von gepflegtem Umfeld, Ordnung und Sauberkeit lebt in Knorffien. Das ist aller­dings genau der verkehrte Ort für ihn, dort liebt man Dreck, Unordnung und Vieles, was ziemlich unappe­titlich ist. „Mensch“ ist das schlimmste Schimpfwort in dieser Welt, denn man stellt sich die Menschen putzsüchtig, ordentlich und stets höflich vor. Klar, dass Knobelius sich nach so einer Welt sehnt und sich schließlich in die Dunkel­schlucht stürzt, das ist der Zugang zur Menschenwelt. Dort gerät er zu Ottos Familie, in der Ordnung nicht gerade die größte Rolle spielt. Der Vater arbeitet in seinem Labor im Haus, die Mutter schreibt Bücher. Viel Geld verdienen sie damit nicht, aber in der Regel herrscht viel Leben im Haus. Alle sind vergnügt, wenn es auch hin und wieder Krach und Streit gibt.

Knobelius bringt eine Menge ungewohnte Unruhe in die Familie, da er aufräumt und sauber macht, erst Ottos Zimmer, als der ihm das verbietet, im Arbeits­zimmer von Mutter und im Labor von Vater. Dass kommt nicht gut an und Knobelius beschließt zu der sehr ordent­lichen Familie ins Nachbarhaus umzuziehen. Der Tag ist verregnet, Knobelius kommt dort voll Dreck und nass an, wird für ein Eichhörnchen gehalten und fliegt raus. Er kehrt reumütig zu Otto zurück, gerade zur rechten Zeit, denn Tante Agathe hat sich angesagt. Ihr gehört das Haus, die Familie zahlt daher sehr wenig Miete. Aller­dings ist ihr zu Ohren gekommen, dass man nicht so ordentlich ist, wie sie es wohl gerne hätte. Ottos Familie droht also der Rauswurf.

Otto ist allein zu Hause, die Familie bei einem Kinderfest, Tante Agathe ruft an, sie kommt in zwei Stunden, nicht nächste Woche.

Otto ist verzweifelt, aber er und Knobelius schaffen es, zumindest oberflächlich ein ordent­liches Haus zu präsen­tieren. Dabei gibt es einige Hinder­nisse zu überwinden. Der Leser bibbert mit und hofft, dass die Familie bleiben kann.

Das Ganze ist eine schöne Geschichte mit sympa­thi­schen Haupt­fi­guren und eigentlich aktuellen Problemen, sprachlich sehr schön gestaltet.

Man kann wunderbar über die Probleme disku­tieren, eigene Erfah­rungen einbauen und überlegen, wie es weiter­gehen könnte, denn der Schluss ist ja nur eine vorläufige Lösung. Denn Knobelius Knorff muss die Menschenwelt ja wieder verlassen, nach 13 Monaten.