Mira, Oskar und die Buchstaben-Magie

Details

Autor: Christian Seltmann

Illustrator: Nikolai Renger

Verlag: Arena-Verlag Würzburg

ISBN: 978-3-401-71032-7

empfohlen von: Eva Sucharowski-Gall

in der Stadtbibliothek: In fast allen Stadtteilbibliotheken erhältlich

zu finden im Interessenkreis: Kinder / Lesen lernen

unter der Signatur: k SEL

Spiel mit Wörtern, Rolle von Vorsilben, enthält aber auch phantas­tische Elemente: Gezeichnete Monster werden lebendig, aber nur für deren „Schöpfer“ sichtbar. Jemandem wird aus seinem Redewort­schatz eine Vorsilbe geklaut (ähnliches Motiv wie beim Buchsta­ben­fresser von Paul Maar). Es geht um die Vorsilbe un-/ Un‑, mit der sich die Bedeutung des ursprüng­lichen Wortes ins Gegenteil verkehrt oder negative Züge annimmt.

Mira und Oskar, die Haupt­per­sonen, sind Geschwister, sie sitzen neben­ein­ander in der Schule. Die Geschichte beginnt damit, dass Mira zwei Monster zeichnet , Oskar nennt sie „Getüm“ und „Geheuer“. Getüm ist rund, blau, mit schreck­lichen Zähnen und Hörnern, Geheuer ist dünn, orange, hat Stiel­augen und vier Arme. Plötzlich werden die beiden Zeich­nungen lebendig, hüpfen im Klassen­zimmer umher, machen Unsinn, aber keiner bekommt das mit, denn nur Mira kann sie sehen.

Frau Engel, die Lehrerin, übt mit der Klasse Adjektive und Substantive mit der Vorsilbe un-/Un‑, es fallen auch die Begriffe „Ungeheuer“ Und „Ungetüm“. Die beiden kleinen Monster hören das und überlegen, ob ihnen etwas fehlt. Zu Hause angekommen machen Mira und Oskar Hausauf­gaben, vorher spielen sie mit den Monstern und den Plüsch­tieren, einem Dino und einem Krokodil. Mittler­weile kann auch Oskar die Monster sehen, das war in der Schule noch nicht der Fall.

Auch bei der Hausaufgabe geht es um Wörter mit der Vorsilbe un-/Un‑, dabei wird klar: Unterhemd gehört nicht dazu, denn ohne Un- gibt es kein sinnvolles Wort, Mira erklärt das Oskar.

Tante Birgit, die Schwester der Mutter, kommt, um auf die Kinder aufzu­passen. Natürlich sieht sie Getüm und Geheuer nicht, die beiden machen Unsinn beim Abend­essen, das bedeutet Ärger für Mira und Oskar, sie werden dazu verdonnert, das Zimmer aufzu­räumen. Natürlich hat Tante Birgit eine Menge Wörter mit un-/Un- im Gebrauch. Die beiden Monsterchen hören das alles, sie sind traurig, sie wollen richtige Ungeheuer und Ungetüme sein.

Mira denkt sich ein Ritual aus, mit dem man Tante Birgit das un-/Un- aus ihrem Redeschwall klauen kann, es funktio­niert. Aus Getüm wird Ungetüm und aus Geheuer Ungeheuer und die Schimpf­ti­raden von Tante Birgit hören sich lustig an, das sie kein un-/Un- mehr sagen kann.

Meiner Gruppe aus der 1. Klasse (drei Mädchen und drei Buben, davon zwei Kinder aus der Übergangs­klasse) machte es Spaß mit der Vorsilbe un-/Un- zu experi­men­tieren, auch die Ü‑Schüler machten mit Begeis­terung mit. Der Text ist voll von Dialogen, die sich gut nachspielen und erweitern lassen.

Falls das für jemanden zu wortlastig ist, kann man auch einen anderen Zugang wählen: gezeichnete Figuren, die lebendig werden und eine Menge anstellen.