
Details
Autor: Bernadette Watts
Verlag: Nord Süd Verlag 2025
ISBN: 978–3‑314–10729‑0
empfohlen von: Helga Jesberger-Fischer
in der Stadtbibliothek: Kinder- und Jugendbibliothek im Motorama
zu finden im Interessenkreis: Bilderbuch / Natur
unter der Signatur: b WAT
Millie hat Sommerferien und sitzt vor dem Haus und malt. Die Nachbarin kümmert sich in ihrem Garten um die Pflanzen. So einen Garten hätte Millie auch gerne. Doch ihre Eltern sind leider mit vielen anderen Dingen beschäftigt und haben keine Zeit zum Gärtnern. Manchmal bringt Frau Immergrün Millie ein paar Früchte, die sie frisch geerntet hat. Eines Tages schenkt sie Millie drei Blumentöpfe mit kleinen Pflanzen, einer Sonnenblume, einer Tomaten- und einer Bohnenpflanze. Millie freut sich sehr darüber und kümmert sich sorgsam um die Pflänzchen.
Millie fühlt sich etwas einsam, denn die Eltern haben nicht viel Zeit. Sie liest gerne in ihrem Märchenbuch. Allerdings machen ihr manchmal die Geschichten Angst. Ob sie im Park einem bösen Wolf begegnet, oder einer Hexe mit vergifteten Äpfeln? Es gibt noch mehr Dinge, die Millie ängstigen: Dunkelheit und Gewitter zum Beispiel. Vor allem aber macht sie sich Sorgen darüber, dass unser Planet in Gefahr ist und gerettet werden muss, wie die Eltern es oft miteinander besprechen. Schade, dass Millie niemand hat, mit dem sie ihre Ängste besprechen kann.
Eines Nachts wütet draußen ein heftiger Sturm. Millie macht sich große Sorgen um ihre Pflanzen. Hat der Sturm sie umgeworfen? Als das Wetter ruhiger wird, überwindet Millie ihre Angst vor Dunkelheit und schleicht sich aus dem Haus, um nach ihren Pflanzen zu sehen. Ganz tapfer wagt sie sich voran. Es raschelt in der Hecke, und sofort denkt Millie an böse Wölfe und Hexen.
Doch es ist nur ein kleiner Igel, der aus dem Gebüsch auf Millie zutrippelt. Als er merkt, dass er Millie erschreckt hat, beruhigt er sie, und sagt, dass sie keine Angst vor ihm haben muss. Millie fasst Zutrauen zu dem freundlichen Tier. Der Igel hört ihr geduldig zu, als sie ihm von ihren Ängsten und Sorgen erzählt. Er hat Verständnis für sie. Er kann sie beruhigen: “Es gibt Böses auf der Welt, aber viel mehr Gutes. Und am Ende siegt immer das Gute.” So getröstet kann Millie nun wieder zurück in ihr Bett und friedlich einschlafen.
Sehr einfühlsam und kindgerecht greift die Autorin im Bilderbuch ein wichtiges Thema auf. Viele Kinder leiden unter Ängsten, auch unter solchen, die Erwachsene oft nicht nachvollziehen können. Trotzdem müssen sie ernst genommen und besprochen werden. Die Geschichte wird begleitet von bezaubernden Bildern in zarten Pastellfarben. Beim Vorlesen und gemeinsamen Betrachten kommt man leicht mit den Kindern ins Gespräch über Ängste und wie man mit ihr umgehen kann.