Kuno Klapper hat nicht alle Knochen beisammen (Band 1)

Details

Autor: Tina Schilp

Illustrator: Vera Kiegeland

Verlag: cbj 2025

ISBN: 978–3‑570–18272‑7

empfohlen von: Helga Jesberger-Fischer

in der Stadtbibliothek: Allach-Unter­menzing, Am Westkreuz, Berg-am-Laim, Bogen­hausen, Hadern, Hasen­bergl, Maxvor­stadt, Riem, Schwabing, Sendling und Motorama 

zu finden im Interessenkreis: Kinder / Gänsehaut

unter der Signatur: k SCHI

Mit diesem Buch begeben wir uns in ein buntes Reich der Skelette, Vampire, Hexen, Höllen­hunde, Matsch­monster und Schat­ten­schurken. Aber es gibt keinen Grund, sich zu fürchten. Denn alle sind eigentlich ganz nett, und die weniger Freund­lichen werden besiegt.

Kuno Klapper, ein noch relativ junges Skelett, wohnt mit seiner Familie im Dorf Torfingen. Heute sind alle Klappers und auch die anderen Dorfbe­wohner ganz aufgeregt, denn Kuno soll morgen seinen 100. Geburtstag feiern. Dieser Tag ist im Leben eines Skeletts besonders wichtig. Da wird man endlich zu den Erwach­senen gezählt, darf den Führer­schein machen, in der eigenen Gruft wohnen und endlich gehen, wohin man will. Es wird ein großes Fest für alle Torfinger geben und die Hexe Geraldine wird Kuno seine Schärpe mit der großen 100 darauf überziehen. Vorher aber, das ist Skelett-Gesetz, muss Geraldine bestä­tigen, dass Kuno alle Knochen beisam­menhat. Kein Teil darf fehlen, nicht einmal der kleinste Fingerknochen.

Was für ein Schreck, als Kuno am Morgen seines großen Tages feststellt, dass seine linke Ferse fehlt. Wo mag sie sein? Zugegeben, er ist manchmal etwas schus­selig und verliert auch mal etwas. Aber er ist ganz sicher, dass gestern Abend noch alles vollständig war, als er für das Fest extra jeden Knochen auf Hochglanz geputzt hat. Kuno sucht sein ganzes Zimmer ab. Inzwi­schen ist auch sein bester Freund Valentin, ein Schat­ten­schurke, aufge­taucht, um Kuno zu gratu­lieren. Gemeinsam schauen sie noch einmal in jeden Winkel, aber umsonst. Kuno ist außer sich vor Verzweiflung. Was soll nun werden? Hat etwa Jonas, Kunos älterer Cousin, die Ferse gestohlen? Zutrauen würde man ihm das, denn er ärgert Kuno bei jeder Gelegenheit. Beim Fest werden ihn alle auslachen und seine Aufnahme in die Welt der Erwach­senen kann er vergessen. Die rettende Idee kommt Kuno, als er sich noch einmal im Zimmer umschaut. Er findet, dass die hölzerne Seifen­schale auf seiner Kommode einem Fersen­knochen täuschend ähnlichsieht. Das wäre zwar Betrug, scheint aber im Moment die einzige Lösung. Denn schnell muss es jetzt gehen, seine ganze Familie steht schon mit dem Geburts­tags­kuchen vor der Tür und will gratulieren.

Mit zitternden Knien macht sich Kuno mit den anderen auf den Weg zum Festplatz. Dort ist das ganze Dorf schon versammelt. Kann die Täuschung gut gehen? Wird keiner etwas merken? Es kommt, wie es kommen muss. Der Schwindel fliegt auf und Kuno muss vor dem ganzen Dorf seine Schande gestehen. Am meisten schmerzt ihn, dass seine Eltern so sehr von ihm enttäuscht sind. Zu Hause verkriecht er sich in seinem Zimmer und möchte am liebsten niemanden mehr sehen. Da klopft es an seiner Tür und ausge­rechnet Jonas taucht auf. Doch nicht etwa, um seinen Cousin weiter zu verspotten. Es stellt sich heraus, dass auch ihm ein Finger fehlt. Und es gibt noch mehr Skelette im Dorf, die plötzlich einen Knochen vermissen. Gibt es etwa einen gemeinen Knochendieb im Dorf? Gemeinsam mit Valentin überlegen die beiden, wer das wohl sein könnte.

Der erste Verdacht fällt auf die Bewohner der alten Villa in der Nachbar­schaft. Die kennt eigentlich niemand. Sie sind erst kürzlich einge­zogen. Man sieht sie nie, man hört immer nur einen Hund bellen. Das könnte die Lösung sein. Vielleicht ist es ein Höllenhund. Diese sind bekannt dafür, Knochen zu fressen. Doch als es den drei Freunden gelingt, in die Villa einzu­dringen, entpuppt sich der Höllenhund als die freund­liche Hündin Klara, die zudem Vegeta­rierin ist. Sie gehört zu dem Zombie­mädchen Amy. Als die von den Freunden erfährt, warum sie sich in die Villa geschlichen haben, und dass sie auf der Suche nach einem Knochendieb sind, will sie helfen. So schließen sich Amy und Klara dem Suchtrupp an. Sie kommen auf die Idee, bei den Vampir­kindern nachzu­fragen. Die sind sehr viel unterwegs, sehr neugierig und bekommen mit, was sich im Dorf tut. Auf dem Weg in die Vampir­schule müssen sie an den gefrä­ßigen Kürbis­monstern vorbei. Die fressen alles, was ihnen vor die großen Mäuler kommt, und versuchen mit fiesen Tricks an ihre Opfer zu kommen. Dank Klara können sie den Kürbis­monstern aber entkommen.

Kaum ist diese Gefahr bewältigt, treffen sie auf die nächste Nervensäge. Ein Olf auf einem Fahrrad. Olfe sind eigentlich gewöhn­liche Elfen, aber weil sie im Toten­reich leben, heißen sie Olfe. Dieser Olf heißt Toni Totenkopf. Er betreibt einen Geistergram-Kanal und ist ständig auf der Suche nach Leuten und Geschichten, die er für seinen Kanal filmen kann. Der hat den Freunden grade noch gefehlt. Er will ein Interview mit Kuno, Selfies mit allen und verfolgt sie mit seinem Handy. Erst als er endlich zuhört, was die Freunde für ein Problem haben, erkennt er den Ernst der Lage. Er erweist sich sogar als hilfreich, als er die vom langen Fußmarsch müden Freunde in seinen Fahrrad­an­hänger packt und sie in die Vampir­schule bringt.

Die kleinen Vampir­schüler haben zunächst keine Idee. Nur einem kleinen Vampir­jungen ist aufge­fallen, dass der Fahrrad­händler Albert Alabaster seine Fahrräder aus Knochen baut. Tatsächlich, als die Freunde sich das Fahrrad von Toni genauer anschauen, sehen sie es auch: alles aus Knochen, rot angestrichen, aber doch erkennbar. Sollte das die Lösung sein? Ist Alabaster der Knochendieb?

In der Fahrrad­werk­statt angekommen treffen sie auf den eckigen, kantigen, grau ausse­henden Stein­zwerg. Doch so grausig seine Erscheinung auch sein mag, mit dem Knochen­dieb­stahl hat er nichts zu tun. Er stellt seine Knochen künstlich her, aus einem Holzspan­stein­staub­ge­misch, und verbaut sie zu Fahrrädern. Nun sind die Freunde wirklich verzagt. Alles auf Anfang und keine Idee, wo sie noch suchen sollen.

Am Ende des Tages wollen sie noch schnell die Hexe Geraldine besuchen. Sie lebt allein und Amy kümmert sich um die schon etwas gebrech­liche Dame, macht Einkäufe für sie, kocht mit ihr und sitzt oft mit ihr zusammen. Heute aller­dings scheint Geraldine sehr nervös und versucht auffällig, die Freunde so schnell wie möglich wieder loszu­werden. Als Kuno noch schnell in ihrem Badezimmer die Toilette benutzen will, entdeckt er zu seinem großen Schrecken einen Schrank, in dem alle verschwun­denen Knochen liegen. Ungläubig steht er davor. Sollte wirklich Geraldine die Knochen gestohlen haben? Und warum? Geraldine muss nun gestehen. Sie ist alt, ihre Zauber­kräfte schwinden, und um sie wieder aufzu­fri­schen braucht sie eine Zauber­suppe aus allerhand Zutaten, eben auch aus Knochen. Die wollte sie nach dem Kochen aber ganz bestimmt wieder zurück­geben. Die Freunde sind ratlos. Einer­seits sollen alle Bestoh­lenen ihre Knochen wieder bekommen, aber Geraldine zu verraten kommt nicht in Frage. Klar fällt ihnen eine Lösung ein und am Ende wird alles gut und Kuno bekommt endlich seine Ferse und seine große Schärpe.

Eine sehr amüsante und herrlich verrückte Geschichte mit vielen lustigen Schmunzel-Momenten. Die Bilder sind schwarzweiß, aber sehr witzig. Band 2 der Reihe erscheint demnächst.