Jella Lepman und ihre Bibliothek der Träume

Details

Autor: Katherine Paterson

Illustrator: Sally Deng

Verlag: NordSüd Verlag 2025

ISBN: 978–3‑314–10742‑9

empfohlen von: Wulfhilt Müller

in der Stadtbibliothek: Allach, Bogen­hausen, Fürstenried, Moosach, Neuhausen, Pasing, Sendling, Motorama

zu finden im Interessenkreis: Kinder / Wissen Fakten

unter der Signatur: Apa 41 LEP /PAT

Jella Lepman, eine von den Nazis vertriebene Jüdin, kehrt nach dem Krieg auf Veran­lassung der Ameri­kaner an der Seite der US-Armee als Beraterin für Frauen- und Jugend­fragen ins zerstörte Deutschland zurück. Sie setzt bei ihrer Arbeit ihre ganze Hoffnung auf die Kinder, denen sie mithilfe von Büchern Weltof­fenheit und Toleranz vermitteln möchte. Sie trotz allen Wider­ständen, knüpft mit Beharr­lichkeit wichtige Kontakte und holt sich Unter­stützung für ihre Vision.

Das Buch „Jella Lepman und ihre Bibliothek der Träume“ ist kein gewöhn­liches Kinderbuch. Es erzählt von einer außer­ge­wöhn­lichen Frau, die nicht nur in der Geschichte der Inter­na­tio­nalen Jugend­bi­bliothek, sondern auch in den Herzen zahlreicher Kinder der Nachkriegszeit Spuren hinterließ.

Die Autorin Katherine Paterson (Übersetzung: Alexandra Rak) erzählt in klarer Sprache von ihrem Leben. Die Illus­tra­tionen von Sally Deng sind voller Details und Atmosphäre. Ich fand sie aller­dings ein wenig zu trist.

Jella Lepman erkannte, dass Geschichten über Grenzen hinweg Verbindung schaffen. So entwi­ckelte sie die Idee einer Kinder­buch­aus­stellung, ausge­stattet mit kostenlos zugesandten Büchern der ganzen Welt. Daraus entstand 1949 die Inter­na­tionale Jugend­bi­bliothek, die seit 1983 im Schloss Blutenburg in München ihre Heimat hat. Ihr Bestand ist von zu Anfang 8.000 Büchern auf inzwi­schen 700.000 gewachsen.

Das Buch ist für alle Freunde der Inter­na­tio­nalen Jugend­bi­bliothek unbedingt zu empfehlen, aber auch für alle Kinder, die sich für Bücher und das Lesen inter­es­sieren. Es zeigt wunderbar, dass auch eine einzelne Person in der Welt etwas verändern kann, nicht durch Macht, sondern durch Ideen­reichtum und Beharrlichkeit.

Und Bücher können Trost spenden, neue Perspek­tiven öffnen und uns zeigen, dass Hoffnung und Verän­derung möglich sind.