Hör mal, Hippo!

Details

Autor: Gabriel Evans

Verlag: Mixtvision 2025

ISBN: 978–3–95854–245–7

empfohlen von: Helga Jesberger-Fischer

Wir kennen sie wohl alle, diese miesen Tage, an denen man bedrückt ist, die Gedanken schwer sind und sich Traurigkeit ausbreitet. Einen solchen Tag hat der kleine Junge Billy heute. Sein Kopf ist voller dunkler Gedanken, sein Bauch fühlt sich an wie Wackelpudding. 

Er hat nur den einen Wunsch, mit jemandem darüber reden zu können. Als sein Freund Hippo kommt und sich nach seinem Befinden erkundigt, erklärt Billy, dass er traurig ist und gerne mit Hippo darüber reden möchte. Doch Hippo hört nicht richtig zu. Sofort macht er Vorschläge, wie er seinen Freund aufheitern wird: sich verkleiden, zwischen Kirsch­blüten tanzen, ein Piraten­aben­teuer, ein Picknick auf einem fliegenden Teppich, eine Party feiern… Billy hat keine Freude daran. “Hör mal, Hippo…”. Weiter kommt er nicht. Hippo hört nicht zu, erfindet statt­dessen immer neue Aktivitäten. 

Es dauert eine Weile, bis er endlich merkt, was sein Freund wirklich braucht. Einfach nur reden möchte Billy, erzählen, wie es in ihm aussieht, seine Stimmung beschreiben, seine Traurigkeit erklären, die sich anfühlt wie eine dunkle Nacht, die sich in seinem Bauch ausbreitet. Endlich kann er das alles loswerden. Die beiden Freunde sitzen unter einer warmen Decke bei einer Tasse Kakao und Billy redet sich alles von der Seele, was ihn bedrückt. Hippo hört einfach nur zu. Danach fühlt sich Billy schon etwas besser. Er konnte seinem Freund seine Gefühle mitteilen und damit wurden sie für ihn leichter. Hippo hat nun verstanden, was Billy braucht: Einen verständ­nis­vollen Zuhörer, der ihn reden lässt und ihn einfach nur in den Arm nimmt und ganz fest drückt.

Eine sehr anrüh­rende Geschichte, dass einem beim Lesen ganz warm ums Herz wird. Sie vermittelt die wichtige Erkenntnis, dass Zuhören oft mehr hilft als lustige Aktionen. Sich Zeit nehmen, wenn jemand reden will, kann dem anderen helfen. Ebenso wichtig ist auch die Botschaft, dass man sich öffnen muss, wenn man bedrückt ist, dass man sich jemandem anver­traut und das Gespräch sucht.

Das Buch bietet die Vorleser*innen eine gute Gesprächs­grundlage für die Themen Zuhören und Gehört werden und den Austausch von Gefühlen. Die Illus­tra­tionen unter­streichen liebevoll und mit einem leisen Humor den Text.