
Details
Autor: Johanna von Vogel
Illustrator: Barbara Fisinger
Verlag: cbj Kinderbuch 2024
ISBN: 978–3‑570–18124‑9
empfohlen von: Helga Jesberger-Fischer
in der Stadtbibliothek: Kinder- und Jugendbibliothek im Motorama
zu finden im Interessenkreis: Kinder / Zum Vorlesen
unter der Signatur: k VOG
“In deiner Haut möchte ich nicht stecken”. So haben wir wohl alle schon jemanden bedauert, dem es gerade gar nicht gut ging. Was aber, wenn genau das passiert? Dass man plötzlich im Körper einer anderen Person aufwacht? Das musste Familie Kugel erleben. Und das kam so: Nach einem richtigen Brokkoli-Tag – so nennen die Kugels Tage, an denen so ziemlich alles mies läuft (denn das S‑Wort ist verpönt) – nach so einem Tag also sitzt die ganze Familie beim Abendbrot und wetteifert, wer wohl den schlimmsten Tag hatte. Bo, dem der Lehrer eine Strafarbeit aufgebrummt hat? Papa, der in seiner Werbeagentur eine wichtige Werbekampagne vorbereiten muss, und dem bisher die zündende Idee fehlt? Oma, die mit einer völlig misslungenen Frisur vom Friseur kommt, und das, wo sie doch morgen ihre Freundinnen treffen will? Mama, die Polizistin, die mit dem schnöseligen Kollegen Kassler zurechtkommen muss? Rosa, die Jüngste der Kugels, die sich im Kindergarten mit ihrer besten Freundin Ava zerstritten hat? Oder doch Opa, der zwar die meiste Zeit auf dem Sofa verschläft, in seinem Horoskop aber von einem unerwarteten Geldsegen gelesen hat, den ganzen Tag jedoch umsonst darauf gewartet hat? Die Diskussionen gehen hin und her und enden damit, dass jeder dem anderen wünscht, auch nur einen einzigen Tag in der Haut des anderen zu stecken und mit dessen Problemen zu kämpfen.
Doch Vorsicht mit solchen Wünschen! Denn in der Nacht geschieht ein geheimnisvoller Zauber, und am nächsten Morgen sind tatsächlich alle im Körper eines anderen aufgewacht. Papa sieht jetzt aus wie Rosa und Rosa wie Papa. Bo und Oma sind vertauscht, ebenso Mama und Opa. Sie haben die Körper des jeweils anderen, sind aber im Kopf sie selbst geblieben. Ein totales Chaos. Wie soll das gehen? Oma in der Schule, Papa im Kindergarten, Rosa in der Werbeagentur, Opa im Polizeirevier und Mama auf dem Sofa? Sie beraten sich schnell, geben sich gegenseitig gute Ratschläge, was sie unbedingt in der neuen Rolle beachten müssen, und hoffen, dass der Spuk bald vorbei ist.
Was unweigerlich folgt, ist ein lustiges Durcheinander. Oma, jetzt Bo, macht sich bei den Klassenlehrern nicht gerade beliebt und kassiert noch mehr Strafarbeiten als Bo. “Oma” Bo trifft sich mit ihren Freundinnen, verbringt einen aufregenden Tag auf dem Jahrmarkt, darf dort endlich bei allen Fahrgeschäften mitfahren, für die er sonst noch zu jung ist. Opa als Mama bringt im Polizeirevier dem stieseligen Kassler bei, wie gute Polizeiarbeit geht und wie man sich Kolleginnen gegenüber zu verhalten hat. Mama hatte als Opa damit gerechnet, den ganzen Tag auf dem Sofa zu verschlafen. Stattdessen löst sie ein Verkehrschaos auf, kommt deswegen sogar ins Fernsehen, sorgt mit dem Nachbarskind für Aufregung bei einer Ballonfahrt und erhält den Geldsegen, der ja eigentlich für Opa vorgesehen war. Papa hat sich einen Tag im Kindergarten so leicht vorgestellt. Er nahm sich vor, dort in Ruhe über seine Werbekampagne nachzudenken, muss sich aber stattdessen mit den anderen Kindern und deren manchmal merkwürdigen Ansprüchen auseinandersetzen. Doch gelingt es ihm am Ende, dass Ava wieder Rosas beste Freundin sein will. Und die kleine Rosa? Die mischt die Agentur gründlich auf, sorgt mit ihrer herrlichen Kinderfantasie für eine gelungene Werbekampagne und lässt die Kollegen staunen.
Beim Abendessen sitzt die ganze Familie dann wieder zusammen. Sie tauschen ihre Erlebnisse aus und erkennen, dass es die anderen in ihrem Leben auch nicht so leicht haben, wie sie sich das vorgestellt hatten. Alle wünschen sich, dass sich der Zauber über Nacht wieder auflöst und sie wieder sie selbst sein können. Mit diesem Wunsch schlafen sie ein. Tatsächlich, am nächsten Morgen sind die Dinge wieder beim Alten. Nur die Katze bellt plötzlich und der Hund miaut…
Das ist eine sehr humorvolle Geschichte mit vielen Lachmomenten. Sie kann vielleicht auch zum Nachdenken anregen, wie sich wohl das Leben der anderen Familienmitglieder anfühlt. Könnte ein lustiges Spiel werden. Die Bilder sind passend witzig.