Flaschenpost für Ferdinand

Details

Autor: Gus Gordon

Verlag: Knesebeck Verlag 2021

ISBN: 978-3-95728-478-5

empfohlen von: Christel Günther

in der Stadtbibliothek: Kinder- und Jugendbibliothek am Gasteig (in Bearbeitung)

Wenn tatsächlich so viele Menschen einsam sind, wie es den Anschein hat, wäre es unver­zeihlich selbst­süchtig, alleine einsam zu sein. (Tennessee Williams)

Mit diesem Bonmot von Tennessee Williams beginnt die liebevoll gezeichnete Geschichte vom Ferkel Alice, die mit ihrer Oma auf einem Hügel mitten in der Stadt wohnt. Beide sind ein richtig gutes Team, und trotzdem fühlt Alice sich oft einsam und wünscht sich eine Schwester (oder wenn es sein muss, auch einen Bruder) zum Spielen und Reden.

Also hat sie eine Idee: Sie läuft zum Fluss und wirft in hohem Bogen eine Flasche in das Wasser. Die Flasche treibt den Fluss hinunter ins Meer und landet an einem Strand mit einem wunder­schönen Leuchtturm, in dem der Hund Ferdinand mit seinem Vater wohnt. Ferdinand findet die Flasche und auch den Zettel, den Alice drin versteckt hat und schickt umgehend eine Nachricht über das Meer an Alice zurück. Und so beginnt ein reger Austausch zwischen den Beiden.

Eines Tages geschieht etwas Schreck­liches, die Oma ist auf einmal nicht mehr da. In ihrer Einsamkeit und Traurigkeit vergisst Alice Ferdinand, der wiederum denkt, dass sie ihn vergessen hat.

Als Alice nach langer Zeit Mademoi­selle Clément von Ferdinand, der Flaschenpost, dem Leuchtturm, den fliegenden Fischen und vom Meer erzählt, ändert sich die Situation durch einen großar­tigen Vorschlag von Mademoi­selle Clémont. Alice und die Mademoi­selle wollen Ferdinand und seinen Vater am Leuchtturm besuchen. Sofort schickt Alice wieder eine Flaschenpost über das Meer, mit der sie ihren Besuch ankündigt. Und nachdem Ferdinand und sein Vater versprochen haben, sie auch einmal zu besuchen, kann sie wieder gestärkt und hoffnungsvoll  in die Zukunft blicken.

Die Illus­tra­tionen unter­streichen den Text ausdrucksvoll, helle und fröhliche Farben wechseln zu dunklen, grauen Farben, um dann mit hellen, warmen Farben die Geschichte zu beenden. Die Farbgebung gibt die jeweilige Stimmung von Alice wirkungsvoll wieder. Eine wunder­schöne Geschichte über Freund­schaft, Einsamkeit, Trauer und Hoffnung und die Kraft daraus. Aus dem Engli­schen übersetzt von Gundula Müller-Wallraf.