Eine Maus namens Julian

Details

Autor: Joe Todd-Stanton

Verlag: Beltz & Gelberg Verlag 2021

ISBN: 978-3-407-75834-7

empfohlen von: Christel Günther

in der Stadtbibliothek: In nahezu allen Stadtteilbibliotheken

zu finden im Interessenkreis: Bilderbuch / Miteinander leben

unter der Signatur: b TOD

Dies ist eine bezau­bernde Geschichte über den Beginn einer ungewöhn­lichen Freund­schaft. Übersetzt aus dem Engli­schen von Maren Illinger.

Julian lebte allein, solange er denken konnte, und genauso fand er das gut. Denn alle Tiere über der Erde wollten ihn fressen, und alle Tiere unter der Erde waren ihm im Weg. Er wusste genau, wie er den Kaninchen, den Maulwürfen und Dachsen ausweichen konnte. Er wusste genau, wo er sich vor der Bäuerin und ihrem Hund verstecken musste, über welchen Zweig er springen musste, um der hungrigen Schlei­ereule zu entwi­schen und wohlbe­halten nach Haus zu kommen.

Eines Abends jedoch schlich der Fuchs um sein Haus, um sich mit List und Tücke durch Julians Fenster ins Haus zu schleichen. Doch er blieb stecken, bekam Julian nicht zu fassen und steckte so richtig in der Klemme. Es ging weder vor noch zurück. Dieses Bild mit den spitzen Zähnen im Fuchsmaul und Julian, der sich in eine Ecke quetscht, ist wirklich unglaublich. Er versprach Julian, wenn dieser ihm hilft freizu­kommen, wird er ihn nie wieder sehen. Und da Julian den Fuchs nicht in seinem Haus haben wollte, half er ihm freizukommen.

Die Bilder sind entzü­ckend, wie Julian versucht, den Fuchs wieder freizu­be­kommen. Natürlich gelingt das nicht sofort, und als es Zeit zum Abend­essen ist, teilt Julian seine Vorräte mit dem Fuchs. Am nächsten Morgen versucht er es mit einem großen HAURUCK (hier muss man schon genau hinschauen, um zu erkennen, wie der „Hauruck“ aussieht) und der Fuchs war frei. Er bedankte sich bei Julian und verschwand im Wald.

Nun war Julian wieder allein und lebte genauso wie er es liebte. Er wich allen Gefahren weiterhin erfolg­reich aus. Doch eines Tages passierte es: Durch einen kleinen verfehlten Sprung konnte er der Schlei­ereule nicht mehr ausweichen und es sah ganz so aus, als würde er dies Mal nicht wohlbe­halten nach Haus kommen.

Beein­dru­ckend und wunderbar ist das Bild, wie die riesige Schlei­ereule vor dem kleinen Julian steht. Doch Julian wusste nicht, dass er beobachtet wurde…

Wenn man eine kleine Maus ist, muss man auf der Hut sein. Denn man weiß nie, wer sich als listiger Feind oder als wahrer Freund entpuppt.

Große Bilder, ausdrucks­stark und witzig, wechseln sich mit Einzel­bildern ab und passen wunderbar zum knappen Text. Großartig, wie gut auf den Bildern zu erkennen ist, wie Julian sich in den jewei­ligen Situa­tionen fühlt. Warme Grün‑, Braun- und Orange-Farbtöne umhüllen diese zauber­hafte Geschichte. Es gibt eine Menge zu entdecken: großartig das verzweigte Höhlen­system der unter­ir­disch lebenden Tiere, fast wie ein kleines Wimmelbuch. Die große Schrift lädt schon Lesean­fänger zum selbstän­digen Lesen des Buches ein. Ein warmher­ziges, unbedingt zu empfeh­lendes Vorlesebuch!