
Details
Autor: Anna Kindermann
Illustrator: Bea Davies
Verlag: Kindermann 2026
ISBN: 978–3‑949276–67‑5
empfohlen von: Michaela Hanauer-Dietmaier
in der Stadtbibliothek: Motorama
zu finden im Interessenkreis: Kinder / Sagen Fabeln
unter der Signatur: v KIN
Kann man die epische Legende von Artus in einem Bilderbuch erzählen? Anna Kindermann kann, sogar ausgesprochen kindgerecht. Sie bleibt sprachlich locker genug, um ab sechs Jahren verstanden zu werden und fängt dennoch die mittelalterliche Atmosphäre ein, um in die spannende Vergangenheit zu entführen.
Das gelingt so gut, weil die Handlung mit dem jungen Artus in die Ereignisse stolpert. Wenn er – eigentlich eher aus Versehen – das Schwert Excalibur aus dem Stein zieht, um seinem Bruder zu helfen, können sich Kinder problemlos mit ihm identifizieren. Einmal auf Augenhöhe, fällt es leicht, mit Artus die Krone aufzusetzen und die schwierigen Aufgaben eines Königs zu übernehmen. Sogar die große und am Ende tragische Liebesgeschichte von Artus und Guinevere wird für Kinder nachfühlbar erzählt. Gezielt werden vereinzelte Comic-Sprechblasen genutzt, um besonders wichtige Aussagen den richtigen Figuren in den Mund zu legen. Dennoch bleibt die Geschichte auch mit diesen Elementen gut vorlesbar.
Perfekt unterstützt von den Illustrationen, ebenfalls im modernem Comicstyle. Der lebendige Strich verleiht den Figuren Bewegung und Emotion, gleichzeitig wird auch hier durch die Siebdruckanmutung und die farbliche Reduzierung auf Blau und Gelb – und der Zusammenführung ins Grün – sehr fein das historische Flair transportiert.
Vorlesefaktor: Mit der Mischung aus Fantasie und Legende kann man sogar bei Schulkindern noch punkten und die Geschichte lässt sich prima mit Fakten zum Mittelalter garnieren. Die Einteilung in abgeschlossene Episoden je Doppelseite würde es sogar ermöglichen am Höhepunkt bei der Tafelrunde zu stoppen, falls zu befürchten ist, dass sich einzelne kleine Zuhörer bei der nachfolgenden Verschwörung Morganas noch zu sehr gruseln. Auch wenn es ab da natürlich erst richtig spannend wird! Wie auch immer, ist zu empfehlen, dass sich bei dem Kapitel alle im Kreis aufstellen und gemeinsam ihre heutigen Wünsche für Gerechtigkeit und Frieden formulieren. So werden alle zu edlen Ritter der Tafelrunde!
Buchtipp auch erschienen in der Fachzeitschrift Eselsohr 6/2026.