Der Tag, an dem Weihnachten verschwand

Details

Autor: Anna Herzog

Illustrator: Joelle Tourlonias

Verlag: Ravensburger

ISBN: 978-3-473-52575-1

empfohlen von: Christine Ackermann

in der Stadtbibliothek: In der Münchner Stadtbibliothek als E-Book erhältlich.

Der Zauber von Zimtplätzchen-Duft ist in dieser Welt verflogen: Weihnachten ist nur noch lästig! Jeder ist gestresst vom Geschenke kaufen und Plätzchen backen. Und so passiert es: Eines Tages wünscht sich jemand Weihnachten weg und keiner weiß mehr, was das eigentlich ist. Wirklich keiner? Nein, es gibt noch drei Geschwister, die nun alles daran setzen Weihnachten zurückzuholen.

Myri, Joseph und Yule sind auf dem Weg nach Hause um Weihnachten zu feiern, nachdem sie ihren Papa in München besucht haben. Die Familie lebt getrennt. Auf dem Flug passiert Merkwür­diges. Eben flogen sie noch durch eine Schnee­matsch-Wolke, jetzt landen sie bei warmen Tempe­ra­turen und Sonnen­schein. Alles Weihnacht­liche im Flughafen ist wie wegge­zaubert, kein Advents­kranz, kein Weihnachtsbaum mehr. Und die Mutter kennt das Fest der Liebe nicht mehr: „Wer ist Weihnachten?“

Nach Sammeln verschie­dener Indizien (selbst der Priester in der Kirche weiß von nichts) steht für die Geschwister fest: Sie müssen Weihnachten retten! Bloß wie? Kann hierbei ein merkwür­diger Mann helfen, der den einzelnen Geschwistern immer wieder über den Weg läuft und dessen Beine blau angelaufen sind trotz der Sommer-Tempe­ra­turen? Yule macht schließlich auf einen Zeitungs­ar­tikel aufmerksam, der von einem eiskalten Berg berichtet. Das ist Weihnachten, mutmaßt sie. Und da sich der eiskalte Berg in der Nähe von Omas Häuschen erhebt, beschließen die drei ihre Oma zu besuchen. Ihre Großmutter kann sich an Weihnachten auch nicht erinnern, erzählt den Kindern aber, dass dieser merkwürdige Berg genau vor zwei Tagen aufge­taucht ist. (Genau der Zeitpunkt, an dem Weihnachten verschwand.) In der Nacht machen sich die drei bereit für den Anstieg, auch wenn der Berg streng bewacht wird. Ein ungeheu­er­liches Abenteuer nimmt seinen Lauf.

Natürlich schaffen es die drei, Weihnachten zu retten, denn sie haben das Fest der Liebe in ihrem Herzen bewahrt, mit all dem Zauber, der die Weihnachtszeit umgibt. Die Erzählung von Anna Herzog liest sich flüssig und ist sprachlich anspre­chend geschrieben, ohne Kinder mit gerin­gerem Wortschatz zu überfordern. Viel wörtliche Rede lockert die märchen­hafte Geschichte auf. Die wenigen Illus­tra­tionen von Joelle Tourlonias („Die kleine Hummel Bommel“) sind stimmungsvoll, davon könnten es ruhig einige mehr geben. Vor allem erzählt dieses Buch über den Zauber der staaden Zeit, etwas, an das sich jeder – ob klein oder groß – erinnern sollte, wenn er im Vorweih­nachts­ge­schäft durch die Innen­stadt hetzt.