Der Tag, an dem ich den bösen Wolf verjagte

Details

Autor: Amélie Javaux

Illustrator: Annick Masson

Verlag: Kindermann Verlag 2022

ISBN: 978–3‑949276–10‑1

empfohlen von: Christel Günther

in der Stadtbibliothek: Kinder- und Jugend­bi­bliothek im Motorama

zu finden im Interessenkreis: Bilderbuch / Mitein­ander leben

unter der Signatur: b MAS

Charlotte hat schon immer Angst vor dem bösen Wolf. Sogar abends im Bett denkt sie an ihn. Obwohl die größeren Kinder erzählen, dass es keinen bösen Wolf gibt, weiß Charlotte, dass es nicht stimmt. Denn an ihrer Schule gibt es einen bösen Wolf, und der heißt Paula und zieht immer mit ihrem Rudel umher. Es wäre so schön, Paulas Freundin zu sein, denkt Charlotte. Aber jedes Mal, wenn sie auf dem Schulhof sind, wird Paula gemein zu ihr.

Irgendwann wächst tief in Klaras Bauch ein Kloß heran, so dass sie nicht mehr lachen, nicht mehr spielen und nichts mehr essen kann, und manchmal auch nicht mehr schlafen. Aber ihren Eltern will sie nichts erzählen, weil sie sich schämt.

In einem Buch über Wölfe entdeckt Charlotte, dass man sich in Vollmond­nächten in einen Wolf verwandeln kann. Das gibt ihr Mut wieder in die Schule zu gehen . Aber nun will sie nicht mehr Paulas beste Freundin sein, sondern sie wünscht sich selbst ein Allerbeste-Freundinnen-Rudel.

Und dann plötzlich, als sie Simon sieht, wird sie selbst zu einem Wolf. Sie fühlt sich ganz stark und der Kloß ist weg. Doch von Dauer ist das nicht. Und endlich vertraut sich Charlotte ihrer Mutter an.

Sehr einfühlsam wird über Mobbing und Ausgrenzung geschrieben, aber auch über den Mut, sich zu wehren. Und auch darüber, wie schnell man selbst zum Täter werden kann. Behutsam wird das Gefühls­leben von gemobbten und ausge­grenzten Kindern beschrieben. Man kann sich gut in die Gefühle von Charlotte hinein­ver­setzen, die Bilder verstärken das Gelesene. Und das Wichtigste: Die Geschichte zeigt, wie wichtig es ist, sich jemandem anzuver­trauen. Ein Buch, das unbedingt gelesen und vorge­lesen sein will.