Denk Dir 100 Menschen

Details

Autor: Jackie McCann

Illustrator: Aaron Cushley

Verlag: arsEdition 2022

ISBN: 978–3‑8458–4583‑8

empfohlen von: Annegret Hillinger

in der Stadtbibliothek: In vielen Stadt­teil­bi­blio­theken und im Motorama 

zu finden im Interessenkreis: Kinder/ Städte Länder

unter der Signatur: Gcn 53/MCC

Heute leben etwa acht Milli­arden Menschen auf der Erde. Um diese ungeheure Zahl begreif­barer zu machen, wendet die Autorin Jackie McCann einen Trick an: wir sollen uns ein Dorf mit 100 Menschen vorstellen.

Diese 100 Menschen sind unter­schiedlich: groß, klein, alt, jung, weiblich, männlich, reich, arm, kurzum sie sind so verschieden wie Menschen auf der ganzen Welt. Ein Mensch in diesem Dorf steht nun für 80 Millionen Menschen in der echten Welt.

Mit dieser Methode können wir leichter Antworten auf viele Fragen finden, zum Beispiel wieviel Menschen auf der Welt weiblich sind? Wieviel Kinder sind unter 14 Jahren? Sehen sich alle Leute ähnlich?

Was ist DNA? Das ist der Stoff, aus dem wir gemacht sind. Also müssten wir Menschen gleich sein. Aber haben alle die gleiche Haar- oder Augen­farbe? Das dem nicht so ist, kann man schon in einer Schul­klasse feststellen. Denn jeder Mensch ist einzig­artig. Und das liegt an einem winzigen Unter­schied von 0,1 Prozent, der aus jedem Menschen ein Unikat macht.

Aber welche Haar- oder Augen­farbe überwiegt? In unserem gedachten Dorf haben die meisten schwarze Haare und braune Augen; nur neun Menschen haben blaue Augen. Am seltensten ist rotes Haar und blaue Augen. Diese Kombi­nation findet man häufig in Schottland.

So erfahren wir auch, welche Sprache von den etwa 7000 Sprachen der Welt am häufigsten gesprochen wird – nein, nicht Englisch! Englisch ist die häufigste Zweitsprache.

Wo leben die meisten Menschen? Können alle lesen und schreiben? Heutzutage haben vielmehr Menschen Zugang zu Schulen als noch vor 200 Jahren – 86 Menschen über 15 Jahren in unserem Dorf sind des Lesens und Schreibens mächtig. Dennoch gibt es immer noch Kinder, die nicht zur Schule gehen können, weil sie zu arm sind. Besonders Mädchen sind hiervon betroffen. Wie wir gerade wieder erfahren müssen, wird Mädchen und Frauen zum Beispiel in Afgha­nistan jede Bildungs­mög­lichkeit verwehrt.

Gibt es genug zu essen für alle? Nein, elf Menschen von 100 in unserem Dorf haben nicht ausrei­chend zu essen. Dabei gäbe es genug Nahrung, wenn sie gleich­mäßig verteilt wäre.

Und was ist mit dem Zugang zu sauberem Trink­wasser? Wie ist die Versorgung mit Strom? Weltweit kommen elf Prozent aus Atomenergie. Doch wieviel Energie kommt aus erneu­er­baren Quellen wie Wind, Sonne, Wasser?

In unserem gedachten Dorf haben 41 Menschen keinen Inter­net­zugang. Aber 2030 werden in unserem Dorf fast alle einen Inter­net­zugang an, das bedeutet, dass 90 Prozent der Weltbe­völ­kerung online sein werden.

Auch in unserem Dorf braucht man Geld. Nun möchte man doch meinen, dass alle 100 Menschen gleichviel Geld zur Verfügung haben. Doch weit gefehlt: Die große Mehrheit besitzt zusammen nur 15 Prozent des Geldver­mögens. zehn Menschen haben weniger als zwei Euro pro Tag. Sie sind sehr arm.

Nicht nur diese Themen werden in dem sehr kindge­recht gemachten Sachbuch aufge­griffen. Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass bei einer wachsenden Weltbe­völ­kerung Ernährung und Energie weiterhin brennende Themen sein werden. 2050 werden rund zehn Milli­arden Menschen auf der Erde leben. Mehr Menschen als je zuvor werden in Städten leben. Das hat zwar für die Versorgung der Menschen Vorteile, aber die Großstädte werden sehr viel Energie verbrauchen. Lösungen werden sich nicht einfach finden lassen, daher müssen alle zusammen helfen, die Ressourcen gerechter zu verteilen.

Ein richtig spannendes Sachbuch mit brand­ak­tu­ellen Themen, mit farbigen Bildern unterlegt, verständlich und lustig aufbe­reitet und ins Deutsche von Birgit Franz passend übertragen.

Wie wär’s denn, wenn wir uns beim nächsten Vorlesen statt mit einem langwei­ligen Hallo mal mit KIA ORA begrüßen würden? Wo man das sagt? Na, das Rätsel lösen wir in nächsten Vorle­se­runde. Denn das steht nämlich auch in dem spannenden Buch.