Das Staubmaushaus

Details

Autor: Asja Bonitz

Illustrator: Mele Brink

Verlag: Edition Pastor­platz

ISBN: 978–3‑943833–25‑6

empfohlen von: Christine Ackermann

in der Stadtbibliothek: Kinder- und Jugend­bi­bliothek Am Gasteig

zu finden im Interessenkreis: EG Bilderbuch / A‑Z

unter der Signatur: b BRI

Das Buch aus dem kleinen, feinen Verlag Edition Pastor­platz entdeckte ich im Frühjahr auf der Münchner Bücher­schau junior. Mich reizte besonders, dass hier nicht ein Kätzchen, eine Maus oder ein kleiner Hase die Haupt­rolle spielt, sondern – man wagt es kaum zu glauben: STAUB­MÄUSE! Der Humor gefiel mir auf Anhieb. Ob die Geschichte rund um ein staubiges, altes Haus jedoch auch Kindern Spaß macht?

Ja, zumindest meine Tochter möchte es nicht mehr aus der Hand legen. Sie schaut sich immer wieder die Bilder an und erzählt die Geschichte selbst. Oft genug musste ich sie ihr auch vorlesen! Das Abenteuer rund um die Staubmaus Mo wurde auch sofort Oma und Opa weiter­erzählt, die dann neugierig fragten: Was habt ihr da für ein komisches Buch?

Aber der Reihe nach: In einem Jahrhundert altem Haus fühlen sich die Staub­mäuse sehr wohl. Sie sind in allen Etagen, wie man herrlich auf dem illus­trierten Querschnitt des Hauses entdecken kann. Dem Putzlumpen entkommen die Staub­mäuse leicht, indem sie sich unter dem Sofa oder Bett verstecken. Wenn da nicht der gräss­liche M.I.A.U. 3000 wäre!! (M.I.A.U. = Mir ist alles untertan) Er macht einen ohren­be­täu­benden Lärm und kommt in alle Ecken des Hauses. Sein katzen­ähn­licher Schlund ist riesig und in sein langes Rohr saugt er alles ein, alles. Ojemine!

Die Staub­mäuse versuchen zu flüchten. Ihre Staub­mäu­se­herzen schlagen bumm-bumm-bumm! Da nimmt Mo, die aller­al­ler­dickste Staubmaus ihren ganzen Mut zusammen und springt in das Gruselrohr des M.I.A.U. 3000. Und der – geht kaputt! Schnell wetzen die übrigen Staub­mäuse in den Speicher in Sicherheit, denn dort kommt nicht einmal der Staub­sauger hin. Inzwi­schen hat der Mensch das Rohr entleert und Mo macht sich im wahrsten Sinne des Wortes „aus dem Staub“. Sie sucht ihre Familie und findet sie schließlich im Speicherparadies.

Die Zeich­nungen sind herrlich komisch und perspek­ti­visch abwechs­lungs­reich gestaltet. Einzelne lautma­le­rische Geräusche sind farblich und von der Größe her vom übrigen Text abgesetzt. Wir mussten sogleich für unsere Tochter mehrere Staub­mäuse und einen eigenen M.I.A.U. 3000 zeichnen, die sie dann ausmalte und ausschnitt. Und natürlich schauten wir sogleich unter ihr Bett, ob es da etwa auch Staub­mäuse gibt. Ein fantasie- und humor­volles Bilderbuch über Alltags­ge­gen­stände, das sich hervor­ragend zum Vorlesen eignet!