Das Katzenbuch - Zu Besuch bei Katzen aus aller Welt

Details

Autor: Katie Viggers

Verlag: Laurence King Verlag 2021

ISBN: 978-3-96244-207-1

empfohlen von: Annegret Hillinger

Schon auf dem Bucheinband grüßen uns verschiedene Katzen: der Löwe als der König der Tiere, unschwer an der Krone erkennbar, ein pumme­liger Tiger, ein Gepard, das schnellste Landtier der Welt, sowie zwei Hauskatzen – eine flach­nasige Excotic Shorthair und die bei uns übliche Hauskatze, eine schwarz­weiße Mieze.

Zur Einführung stellen sich in einem Gruppenbild acht weitere Vertreter der Katzen­fa­milie vor. Wir erfahren, dass es fast 40 verschiedene Arten von Katzen gibt. Allen gemeinsam ist ein geschmei­diger, wendiger Körper, ein langer Schwanz und scharfe Zähne und Krallen. Katzen gibt es in allen Größen.

Großkatzen sind zum Beispiel Löwe und Tiger. Zu den Klein­katzen zählen, auch wenn sie ziemlich groß sind, der Puma und der Gepard. Auch alle Wildkatzen und natürlich unsere Mieze­katze. In acht Kapiteln werden dann Katzen einzeln oder verschiedene Arten wie Wildkatzen und Hauskatzen mit und ohne Stammbaum beschrieben. Der Super­sprinter Gepard lebt nur in Afrika. Mit seinen langen Beinen erreicht er Geschwin­dig­keiten bis zu 112 Kilometer pro Stunde. Die schwarzen Linien in seinem Gesicht heißen zwar Tränen­streifen, sind aber eine natür­liche Sonnen­brille. Sie absor­bieren das Sonnen­licht, so dass der Gepard beim tagsüber Jagen nicht geblendet wird. Katzen sind Einzel­gänger, nur die Löwen leben in Gruppen. Und die Löwen­männchen sind die einzigen mit einer Mähne, die vielfarbig sein kann.

Wer wusste schon, dass nicht der Löwe, sondern der Tiger die größte Katze und auch die gefähr­lichste ist? Diese Großkatze gibt es nur in Asien.

Der Puma dagegen lebt in Amerika. Auch wenn er nicht zu den Großkatzen zählt, kann er fünf Meter hochspringen – warum wohl? Wenn alle gut zugehört haben, wissen sie die Lösung. Er soll die niedlichsten Katzen­babys haben. Die Leoparden wiederum zählen zu den Großkatzen, leben in mehr Regionen der Welt als jede andere Katzenart. An seinem gefleckten Fall kann man manchmal erkennen, wo er lebt. Zu ihrer Verwandt­schaft gehören der vom Aussterben bedrohte Amur-Leopard in Russland und der Schnee­leopard in den Bergen Zentral­asiens. Weil es in ihrer Heimat kalt ist, haben beide ein besonders dickes Fell.

Tja, wer ist denn eigentlich der schwarze Panther? Leopard oder Jaguar? Halt, der Jaguar ist doch ein Sport­wagen? Ja, auch! Doch ein Jaguar fährt selten damit. Und verwir­render Weise gibt es sowohl schwarze Leoparden als auch schwarze Jaguare. Wir nennen die durch Pigmen­tierung schwarz­ge­färbten Tiere Panther. Der Jaguar lebt nur in Mittel- und Südamerika. Jaguare tummeln sich ebenso wie die Tiger gern im Wasser – im Gegensatz zu unseren Hauskatzen – und sie fressen sogar kleine Krokodile, haben sie doch die kräftigsten Kiefer von allen Katzen!

Im Kapitel Wildkatzen begegnen uns unter anderem der Luchs mit seinen typischen Ohrpinseln und Backenbart, der seltene Pardel­luchs aus Spanien und auch eine Fisch­katze aus den Feucht­ge­bieten Südasiens. Die Fisch­katze jagt Fische, Krabben und Frösche, wobei sie nicht bloß am Ufer sitzt und lauert, sondern auch schwimmt. Vielleicht fressen daher unsere so wasser­scheuen Hauskatzen gerne Fisch? Sehr inter­essant ist auch der Serval mit großen Ohren und langen Beinen, der springt ganz ohne Trampolin glatt zwei Meter hoch.

Den Hauskatzen mit und ohne Stammbaum und ihren verschie­denen Eigen­schaften ist ein zweisei­tiges Kapitel gewidmet. Nicht vergessen sollte man, dass in unserer Hauskatze trotz der 4.000 Jahre, die sie schon als Haustier gehalten wird, immer noch die Wildheit ihrer Vorfahren schlummert. Gelegentlich bricht sie aus: Fauchen, Kratzen, Beißen. Wird sie wohl deshalb auch „Stuben­tiger“ genannt?

Alle Katzen, ob groß, ob klein, ob wild, ob domes­ti­ziert sind Fleisch­fresser – mit vegeta­risch ist da nix. Bis auf die Hauskatzen müssen sich die Katzen ihr Fressen erjagen. Belauern, sich verbergen, beobachten und anschleichen sind sehr erfolg­reiche Jagdme­thoden. Manche verstecken auch die Beute, so dass sie länger davon zehren können.  Für die Jagd ist es vorteilhaft, wenn man sich tarnen kann. So ist das Fell jeder Katze in Farbe und Musterung der jewei­ligen Umgebung angepasst, in der sie lebt.

Ein ganzes Kapitel ist dem Brüllen gewidmet. Damit jagen die Katzen dem Gegner oder der Beute Angst ein. Aber nur die Großkatzen können brüllen, doch alle geben Laute (Schnurren, Fauchen) von sich. Katzen­babys verwenden aber sanfte Geräusche. Alle Katzen scheinen Schlaf­mützen zu sein. Mal abgesehen von Löwen und Tigern, die bis zu 20 Stunden schlafen können, müssen sich die meist nacht­ak­tiven Tiere tagsüber von der nächt­lichen Jagd erholen. Dazu suchen sie sich ein ruhiges Plätzchen, manche hängen auf Bäumen ab.

Eine Weltkarte zeigt uns, wo die bespro­chenen Katzen leben. In Australien gab es ursprünglich keine Katzenart. Die heute dort lebenden Katzen sind verwil­derte Hauskatzen. Diese stellen ein großes Problem für die heimische Tierwelt dar, weil die Tiere nicht an deren Jagdme­thoden gewöhnt sind. Anderenorts sind Katzen durch das Verhalten der Menschen vom Aussterben bedroht. Das letzte Kapitel widmet die Autorin Katie Viggers dieser traurigen Zukunft vieler in freier Wildbahn lebenden Katzenarten.

Mit so viel Wissen können wir jetzt sicherlich die Fellzeichnung der vorderen und hinteren Innen­seiten des Buchde­ckels der richtigen Katze zuordnen. Und wenn nicht, müssen wir das Buch nochmal studieren.

Trotz der vielen, kindge­rechten und sehr witzig aufbe­rei­teten Infor­ma­tionen habe ich die Erwähnung der für Katzen wichtigen Tasthaare, die besondere Funktion der Katzen­zungen und ein Wort zu den Krallen und zum Gang der Katzen vermisst (Katzen können Krallen einziehen; sie sind Zehen- sowie Kreuz­gänger – siehe Catwalk der Models). Diese fehlende Infor­mation tut dem Buch keinen Abbruch und man kann das jedoch gut mit Kindern ergänzend ‘erarbeiten’.