Barry rettet Weihnachten

Details

Autor: Stefanie Lauber

Illustrator: Magdalena Fournillier

Verlag: atlantis 2025

ISBN: 978 3 7152 0929 6

empfohlen von: Christine Koch

Dem Lawinen- und Rettungshund Barry, der von 1800 bis 1814 auf dem großen St. Bernhard gelebt hat, wird in diesem Bilderbuch ein Denkmal gesetzt.

„Aiuto!“ Mit dem italie­ni­schen Hilferuf werden wir mitten in die Geschichte geworfen. Ein junges Paar ist in einen Schnee­sturm auf dem Pass, der das Rhonetal im Schweizer Kanton Wallis mit dem italie­ni­schen Aostatal verbindet. Sie hatten gehofft, das Hospiz zu erreichen und sich dort bei einer Suppe aufzu­wärmen. Aber der Nebel und der Schneefall sind zu dicht. Sie kommen weder vor noch zurück.

Oben auf dem Berg im Hospiz wird Barry unruhig. Barry ist ein Bernhar­diner, groß, robust, dichtes braun-weiß geflecktes Fell, anhänglich und sanft­mütig. Der Hauswart Olaf bemerkt, dass Barry in den Schnee­sturm will, hängt ihm den roten Umhang mit dem gestickten weißen Schwei­zer­kreuz und ein kleines Holzfässchen mit heißen Kräutertee um und entlässt ihn in die Kälte. Barry findet ohne Umwege das frierende Paar und rettet es.

Da erwacht er. Es war alles nur ein Traum, sein Lieblings­traum. Barry ist tatsächlich der berühm­teste Hund der Welt, neben Lassie, dem Filmstar aus Amerika oder Laika, der Aller­ersten, die mit einer Rakete hoch in den Himmel geschossen wurde. Viele Menschen kommen in die Schweiz, um ihn zu sehen. Dabei ist er schon Barry Nr. 23. Der aller­erste Barry rettete über vierzig Menschen das Leben.

Der 23. Barry träumt nur noch von Rettungen. Haupt­sächlich hat er Fototermine. Denn heutzutage werden die Straßen von Schnee­pflügen frei geräumt, und bei Lawinen kommt ein Rettungs­he­li­kopter zum Einsatz.

Ein paar Wochen vor Weihnachten schneit es aller­dings so ausdauernd und heftig, dass die Passstraße gesperrt werden muss. Und dann geht auch noch eine Lawine ab. Auf einmal stehen zwei Schnee­männer vor Olafs Tür. Es sind der Postbote Gian und der Schnee­pflug­fahrer Lorenzo. Lorenzo hatte mit seiner Schnee­fräse die Passstraße für Gian frei gemacht, der Weihnachts­ge­schenke zu den Kindern in den Bergen bringen will. Nun ist das Postauto unter der Lawine begraben. Keine Geschenke, kein Weihnachten!

Das können Barry und seine Freundin, die Katze Karo, nicht zulassen. Beide ziehen los, um das Postauto unter der Lawine aufzu­spüren. Karo gräbt sich durch den Schnee. Barry hilft ihr, wenn sie miaut, und buddelt sie aus. Mit dieser Methode finden sie das verschüttete Postauto. Die ausge­gra­benen Geschenke werden weiter vom Helikopter in die Berge gebracht.

Dank des tieri­schen Einsatzes können die Kinder doch noch Weihnachten mit Geschenken feiern. Und nach Heilig­abend kommen die Kinder zu Barry und Karo, um mit ihnen zu spielen und zu kuscheln.  Barry und Karo haben nicht nur Weihnachten gerettet, sondern auch neue Freunde gewonnen. 

„Für-einander-da-sein“, das feiern wir an Weihnachten. Und welches Tier, wenn nicht der tapfere Bernhar­diner Barry, passt besser zu diesem Weihnachts­motto! Eine wunderbare Idee von Stephanie Lauber, ihn uns mit dieser herzer­wär­menden Geschichte wieder ins Gedächtnis zu rufen. Magdalena Fournillier hat dazu klare, bunt-pastellige Illus­tra­tionen geschaffen, welche die weihnacht­liche Schnee­stimmung in den Bergen lebendig werden lassen. Am Ende des Buches gibt es noch ein paar Hinweise zu weiteren Infor­ma­tionen zum histo­ri­schen Bernhar­diner Barry