Alle sind willkommen

Details

Autor: Patricia Hegarty

Illustrator: Greg Abbott

Verlag: arsEdition

ISBN: 978–3‑8458–2372‑0

empfohlen von: Annegret Hillinger

in der Stadtbibliothek: Berg am Laim, Hasen­bergl, Neuhausen, Ramersdorf und Schwabing

zu finden im Interessenkreis: Bilderbuch / Mitein­ander leben

unter der Signatur: b ABB

Auch in diesem Bilderbuch finden sich die nun schon so typischen “Gucklöcher” des Verlags arsEdition, doch gibt es noch einen weiteren Kunst­griff – unter­schiedlich große Seiten vermitteln einen kinoähn­lichen Verlauf der Handlung. Von einer Szene zur anderen ändert sich das Bild, ohne dass das urprüng­liche Bild ganz verschwindet. Die Texte sind kurz; Zwei- und Vierzeiler reimen sich bzw. sie sind rhyth­misch “kompo­niert”. Die Illus­tra­tionen sind klar und plastisch, so sind auch noch Kleinig­keiten für die Kinder gut erkennbar.

“Alle sind willkommen” – klingt das nicht bekannt? Ja, denn in diesem Buch kommen viele Tiere zusammen, die aus irgend­einem Grund ein neues Zuhause suchen. Und die Gründe für die Suche lassen sich sehr gut auf unsere heutige Zeit übertragen, auch wenn die Protago­nisten der Geschichte die Tiere sind. Den Anfang machen Maus und Frosch; der Teich des Frösch­leins ist ausge­trocknet. Und so beschließen die beiden gemeinsam ein Haus zu bauen, in dem auch andere willkommen sein sollen. Dann kommen Hasen, die vor dem Adler fliehen und werden einge­laden, mitzu­bauen. Und auch der Bär ist hier willkommen, denn er ist traurig, weil alle wegen seiner Größe vor ihm Angst haben. Selbst die Vögel, deren Baum gefällt wurde, bringen sich ein.

Jeder trägt seinen Teil zu dem gemein­samen Haus bei. Es spricht sich auch schnell herum, dass ein Haus für alle entsteht. Zu guter Letzt kommt auch noch ein aller­liebster Schneck daher, der sich entschuldigt, weil er zu spät dran ist. Ein besonders schönes Bild: alle klettern auf dem Baugerüst herum, hämmern, messen, schrauben oder tragen Bauma­terial herbei. Leider fängt’ s an zu regnen, so muss man ganz schnell das Dach aufsetzen. Eine wirklich putzige Szene, wie alle sich beeilen, nur das Fröschlein genießt auf dem höchsten Balken stehend den Regen und – wäscht sich! Und dann ist das Dach fertig, alle feiern das Richtfest des “Home sweet home”, während der kleine grüne Frosch jetzt fröhlich unter der Dusche steht und zwei Mäuschen noch eifrig Nägel einschlagen. Durch eines der erwähnten Gucklöcher verändert sich nämlich die Szene von draußen nach drinnen.

Dieses Bilderbuch sollte man nicht nur mit Kindern lesen, sondern vielen Erwach­senen, vor allem auch Politikern schenken! Aber ob sie diese Botschaft überhaupt noch verstehen .…?