Laimer Lesegeheimnis

Das Vorleseteam Laim mit ihren kleine Stammzuhörern und Mina Lee, die für den hundertsten Stempel ein besonders Buchgeschenk und, wie es sich gehört für junge Damen, einen Frühlingsblumenstrauß überreicht bekam.

Nach zehn spannenden Lesenachmittagen ein kleines Buch geschenkt zu bekommen, ist bestimmt eine nette Anerkennung für jedes Kind einer Vorlesegruppe. Erst recht, wenn sich nach vielen Vorlesestunden daheim im Regal ein Buchgeschenk an das andere reiht. Jeden Donnerstag ab 15 Uhr versammeln die Damen der Lesefüchse in der Laimer Stadtbibliothek sehr junge Zuhörer um sich. Jedesmal gibt es einen hübschen Stempel auf die persönlichen Lesefuchskarten.
Die kleine Mina Lee, deren Eltern beide aus Korea stammen, hat es jetzt zum 100. Stempel gebracht. Ein Rekord, der eigentlich selten vorkommt. Um das zu erreichen, muss so eine Nachwuchsleseratte fast drei Jahre hintereinander regelmäßig zur Vorlesestunde erscheinen. Rein rechnerisch wäre das zwar auch schon innerhalb von zwei Jahren möglich, aber schließlich gibt es Ferien, in denen die Familie gar nicht in München ist. Mal ist man krank. Dann gibt es auch Feiertage, die auf einen Donnerstag fallen.

Mina Lee hat es in Laim auf 100 Strempel gebracht. Foto: Meier/ Lesefüchse

Oder Sportveranstaltungen. Freunde kommen überraschend zum Spielen.Oder, oder, oder. Es macht zwar riesig Spaß, immer wieder Geschichte vorgelesen zu bekommen. Aber so lange und so regelmäßig zu den Lesefüchsen zu kommen, ist trotzdem selten.
Minas Bruder David hat es vorgemacht. Vor gut einem Jahr ließ er ebenfalls die Schallmauer von einhundert Lesestunden hinter sich. Und nach ihm kamen in der Laimer Bibliothek noch ganz andere Rekordhalter. Mina ist das siebte Kind aus Laim mit einhundert Vorlesestunden. Der elfjährige Johannes Hanafi hat es sogar schon auf die doppelte Anzahl gebracht. So viele kleine Rekordhalter nur in einer Bibliothek, das ist schon außergewöhnlich und nur durch das außergewöhnliche Vorlesetalent der Laimer Lesefüchsinnen zu erklären.
Vor rund 15 Jahre begannen Adele Wolf und Helga Rieder in der Stadtbibliothek Laim. Heute gehören zu ihrem Team außerdem noch Isolde Stein und Hildegard Köppe. Und irgendwie schaffen die Damen es, so zauberhaft vorzulesen, dass die Kinder regelmäßig zu ihnen kommen. Lesefuchs-Vorstand Manfred Lucko verglich in seiner Gratulation diese Leistung mit einer Olympiade und Mina, so Lucko, sei jetzt wie eine Olympiasiegerin. Eine mit der Bestmarke im aufmerksamen Zuhören.

(hpm)

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