Vorlesen

Lesen öffnet Türen

Seit 2000 Jahren ist das Lesen in der abendländischen Kultur fest verankert. Auch im Zeitalter von Fernsehen und Computer gehören das Lesen und Verstehen von Texten zu den unverzichtbaren Schlüsselqualifikationen. Des Weiteren spielt das Lesen bei der kindlichen Sprachentwicklung eine wichtige Rolle. Doch es kann noch viel mehr. Es unterhält, es tröstet, es bietet Flucht, es verzaubert und es öffnet Türen in das Reich der Phantasie.

Deutschland, kein Leseland

Der Anteil der Nichtleser unter den Kindern in Deutschland liegt bei 14 Prozent und unter den Jugendlichen sogar bei 17 Prozent. Das ergaben die beiden Studien des Medienpädagogischen Forschungsbundes Südwest aus dem Jahre 2006. Die PISA-Studie 2006 dokumentiert, dass 20 Prozent der 15-Jährigen nicht über die notwendige Lesekompetenz verfügen, um gute schulische Erfolge zu erlangen oder sich für einen Beruf zu qualifizieren.

Besonders betroffen von der Leseschwäche sind Jungen. Sie lesen nicht nur signifikant weniger als gleichaltrige Mädchen, sondern auch langsamer und schlechter. Als weitere Leseverlierer erweisen sich Kinder und Jugendliche nichtdeutscher Herkunft. Dabei wären vor allem bei ihnen ausreichende Lesefertigkeiten für den Spracherwerb notwendig. Somit ist es wichtig, gerade bei Jungen und Kindern mit Migrationshintergrund, die Freude an Büchern zu wecken.

Vorlesen ist der Schlüssel

Das einfachste Mittel, um Kinder zu begeisterten und neugierigen Bücherwürmern zu erziehen, ist regelmäßiges Vorlesen. Laut Experten können Eltern damit gar nicht früh genug beginnen. Denn das Erzählen und Vorlesen in der frühen Kindheit formt wichtige neuronale Strukturen im Gehirn, die für den Spracherwerb und die Lernfähigkeit zuständig sind. Außerdem führt es die Kinder auf spielerische Art an Geschichten und Bücher heran und schult sowohl Konzentration als auch Phantasie. Gleichzeitig vermittelt es ihnen ein tiefes Gefühl der Geborgenheit und Nähe. Vorlesen ist der Schlüssel dafür, dass Kinder schon frühzeitig eine positive Einstellung zum Lesen entwickeln. Deswegen sollte eine gezielte Leseförderung immer mit Vorlesen beginnen.

Lesefüchse e. V. setzt sich dafür ein, dass Kinder aus sozial benachteiligten Familien und solchen mit Migrationshintergrund mit Geschichten und Büchern aufwachsen können. Deshalb führt der Verein in Zusammenarbeit mit Grundschulen und der Münchner Stadtbibliothek wöchentliche Vorlesestunden durch.

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